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Was macht am meisten Spaß – Elektro, Kohle oder Gas?

Kategorie(n): Schöner Wohnen

Da ich mir nicht besonders viel aus Fleisch mache, habe ich schon des Öfteren darüber nachgedacht, zu den Vegetariern zu konvertieren. Doch spätestens im Frühling, wenn bei den ersten Sonnenstrahlen die Grills um die Wette glühen, ist dieses Vorhaben vergessen.
Wenn dann Holzkohledämpfe und herzhafter Wohlgeruch von Gegrilltem an meiner Nase vorbeiziehen, ist es um mich geschehen, und ich sehe der ersten Einladung zum Barbecue sehnsüchtig entgegen.

Was macht am meisten Spaß - Elektro, Kohle oder Gas?

Denn mit dem Grillen an sich ist das bei uns so eine Sache. Die Entscheidung, das Feuer anzufachen, fällt in unserer Familie häufig erst, wenn der Appetit bereits da ist. Gewöhnlich beschaffe ich das Essen, und mein Mann ist für den Grill zuständig. Sie meinen, ich sei nicht emanzipiert? Heute, da ‚Mann‘ das Wildschwein nicht mehr selbst erlegen darf, soll ‚Frau‘ ihm das Feuerchen verwehren? Darum halten wir an der ‚Mann-am-Grill-Tradition‘ fest.

Und hier nimmt das Schicksal seinen Lauf. Kennen Sie auch das Problem, wenn die Zeitspanne zwischen Holzkohle beim Nachbarn borgen und lodernder Glut länger ist, als die zwischen Appetit und Heißhunger? Das Resultat sind Steaks, die außen schwarz und innen blutig sind. Da unser Grill auch schon mal Flammen wirft, steht er weitab der Terrasse. Dies führt dazu, dass mein sonst kommunikativer Mann ausgeschlossen wird und das große Glück am Grill nicht so recht Einzug halten will.

Nachdem unsere Freunde die Saison bereits an Karneval mit einer neuen Küchenzeile auf der Terrasse eingeläutet haben, sind auch wir vom Grillvirus infiziert. Eine Outdoor-Küche der Spitzenklasse soll es nicht werden. Da aber der alte Grill nach dem langen Winter Rost angesetzt hat, soll nun ein neuer her.

 

„Ich entdecke einen Gasgrill, der mich an einen ein­äugigen Kugelfisch erinnert.“

 

Mit gut gemeinten Tipps von Freunden mache ich mich auf den Weg zum Gartencenter Lenders.
Umzingelt von einer riesigen Auswahl und etwas ratlos, erzähle ich der netten Beraterin von unseren Erfahrungen und Wünschen. Das schicke Modell, vor dem wir gerade stehen, entpuppt sich als Elektrogrill und Frau Bodewein weist mich darauf hin, dass wir mit diesem Gerät schnell und einfach zu unserem Grillvergnügen kommen. Die Zubereitung sei rauch- und geruchsarm und… „ein Elektrogrill kommt meinen Männern nicht ins Haus“, unterbreche ich sie schnell. Frau Bodewein schmunzelt wissend und fügt noch hinzu, dass dies die ideale Lösung für den Balkon sei.
Und dann fragt sie die intimsten Dinge. Mit wie vielen Personen wir denn wohl speisen würden, was wir gern essen, wie groß unsere Terrasse ist und wie viel Geld wir ausgeben möchten.

Als Nächstes weckt ein Gasgrill mein Interesse, der mich an einen einäugigen Kugelfisch erinnert.
Er funktioniert mit einer Gaskartusche, was ihn praktisch für unterwegs macht, hat ein im Deckel integriertes Thermometer und zwei Arbeitstische. Deckel und Gehäuse sind aus stabilem Aluguss, der Grillrost aus Gusseisen. Es gibt eine herausnehmbare Fettauffangschale sowie emaillierte Aromaschienen, die den Brenner vor herabtropfendem Fett und das Grillgut vor Fettbrand schützen. Der Hersteller gibt fünf Jahre Garantie. Der ‚Kugelfisch‘ kostet 249 €. Er wird mein persönlicher Favorit, hier sind Funktion, Qualität und gutes Design optimal vereint.

Jetzt fehlt noch der Holzkohlegrill. Auch er ist eine Kugel, und es gibt ihn in verschiedenen Größen ab 84,90 €. Frau Bodewein erwähnt, dass der Deckel Flammenbildung verhindert und Umluft- und indirektes Grillen ermöglicht. Die Zubehörliste liest sich wie die Sonderausstattung eines PKW – Pizzastein, Wokeinsatz und Bratenkorb nur als Beispiele genannt. Ich bin beeindruckt. Wenn Sie wie ich großen Wert auf gute Qualität, Sicherheit, Komfort und Ausstattung legen, lohnt es sich, ein paar Euro mehr zu investieren.

Abschließend verrät sie mir noch, dass nicht die Art des Grillens, sondern die Temperatur für den typischen Geschmack verantwortlich ist. Nach einer Stunde theoretischer Grillfreude weiß ich nicht, wer gleich raucht, mein Kopf oder der Grill. Ich beschließe für heute, eine Grill-Bibel mitzunehmen und die Entscheidung gemeinsam mit meinen Männern zu treffen. Und in diesem Jahr werde ich es mir auf keinen Fall nehmen lassen, selbst am Grill zu stehen.

Katrin Hoppen

Eine schöne Grillsaison
wünscht Ihnen Ihre
Katrin Hoppen