Neuste Ausgabe

Jean Jacques im ‚Bhann Thai‘

Kategorie(n): Essen//Trinken

Endlich geschafft! Die Festtage mitsamt ihren Schlemmereien liegen hinter mir. Nicht, dass ich Sauerbraten, Puter & Co. nicht genossen hätte. Ganz im Gegenteil, ich habe kräftig zugeschlagen. Folge: Vorsichtig ausgedrückt bin ich weit von meiner Strandfigur entfernt und verspüre Heißhunger auf alles, was von der gutbürgerlichen Küche abrückt.

Moment, da gibt es doch das Bhann Thai, den kleinen Thailänder auf dem Siepen-steg in Mönchengladbach. Das klingt nach jeder Menge Exotik, mal ganz davon abgesehen, dass die thailändische Küche als eine der gesündesten der Welt gilt. Urlaubsreif bin ich nach dem ganzen Trubel sowieso – also ’nix wie hin‘!

Von außen wirkt das kleine Restaurant eher unscheinbar, doch beim Betreten eröffnet sich ein wahres Kleinod. Sind andere Asiaten gerne als kitschüberladen oder imbissähnlich verschrien, findet man hier den Fernen Osten in seiner geschmackvollsten Form. Keine winkenden Katzen oder schreiend bunte Tierfiguren – stattdessen warme Rot- und Brauntöne, leise Musik, zarter Jasminduft und entspannende Ruhe.

Dass das Bhann Thai ‚anders‘ ist und man sich hier Gedanken macht, erkennt man auch an der Speisenkarte. Für mein Empfinden ist diese nämlich endlich mal richtig aufgebaut! Sie startet mit der Getränkekarte, bevor ein nettes Grußwort die Speisen und deren Schärfegrade erklärt – danach folgen die Menüs sowie der Rest der überraschend großen Gerichtsvielfalt. Jeder findet hier etwas für seinen Geschmack – vorausgesetzt er mag die exotischen Aromen und bringt ein wenig Experimentierfreude mit.

Meine Begleitung und ich entscheiden uns für ein Menü, das einen wunderbaren Querschnitt des Gesamtangebots darstellt: Vorab eine Hühnersuppe mit Kokosmilch, Limonenblättern, Zitronengras, frischen Champignons und Ingwer als frisches Entrée, gefolgt von einer gemischten Vorspeisenplatte mit drei verschiedenen Saucen. Die Suppe ist ein wenig umständlich zu essen, da man vorsichtig die frischen Limonenblätter und Zitronengrasstücke herausfischen muss, die im Gegenzug aber für kleine Geschmacksexplosionen sorgen. Der Vorspeisen-Mix könnte auch ‚Teller der sieben Köstlichkeiten‘ heißen, die Dipschälchen wandern blitzeblank sauber in die Küche zurück.

Was gut beginnt, geht noch besser weiter. Als Hauptspeise stehen nun zwei dampfende Schalen auf einem Stövchen, selbstverständlich vom obligatorischen Klebereis begleitet. In der einen ist gebratenes Hühnerfleisch mit Knoblauch und Pfeffer mit knackigen Gemüsen in einer leichten Sojasauce. Ach, es geht ja auch ohne Glutamat?!

Für die zweite Hauptspeise gilt: Nicht geeignet für schärfeentwöhnte Gaumen! Krosse Entenbrust – ja, sie ist wirklich knusprig – in grünem Curry, Kokosmilch und asiatischem Gemüse. Holla – die Schärfe ist wirklich nicht zu unterschätzen, aber wir wurden vorgewarnt. Und sie ist noch so erträglich, dass sie den zarten Geschmack von Basilikum, Zitronengras und Minze eher hervorhebt als überdeckt. Passend zu den exotischen Speisen beruhigt das gute alte Singha-Bier unsere Gaumen.

Als Dessert sollte es eigentlich Lychees mit Eis und Sahne geben – Lychees sind aber heute aus, was mitten im Winter durchaus zu entschuldigen ist. Also gibt es gebackene Bananen mit cremigem Vanille-Eis und Schlagsahne, was mir persönlich sowieso viel lieber ist. Denn, was wäre eine Reise ins schöne Asien ohne dieses süße Highlight?

Zusammenfassend darf ich behaupten, heute Abend Thailand von einer neuen Seite kennengelernt zu haben. Fernab gängiger Klischees entführt das Bhann Thai durch authentische Küche und fernöstliche Gastfreundschaft jeden Besucher in einen kulinarischen Kurzurlaub. Erleben Sie es am besten selbst und wagen Sie die kleine Reise!

Ihr LeckerSchmecker
Jean Jacques

Bhann Thai
Thailändisches Restaurant
Siepensteg 3 // MG
Fon 02161.2472812
www.bhann-thai.de

Öffnungszeiten
Di – So // 18 – 22.30 Uhr
Mo // Ruhetag