Neuste Ausgabe

Nullen und Einsen im Wohnzimmer

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HTPC – was für ein Wort. Die Rede ist hier vom Home Theater Personal Computer, Mediacenter oder schlicht einem PC fürs Wohnzimmer. Manche würden es auch die eierlegende mediale Wollmilchsau nennen.

Die Idee hinter all diesen Begriffen ist der Einzug von PC-Komponenten in Ihr Wohnzimmer. Durch ihren modularen Aufbau eignen sie sich theoretisch hervorragend, um die klassischen Hi-Fi-Geräte zu ersetzen. Ansatzweise verfolgen TV-Hersteller ein ähnliches Konzept. Wer hätte sich vor ein paar Jahren Internet am TV vorgestellt?

Sat-Receiver, Festplattenrekorder, DVD- und Blueray-Player, Musiksammlung, Internetradio und vieles mehr sammeln sich im Laufe der Jahre im Hi-Fi-Rack unter dem Fernseher. Mit einem HTPC haben Sie die Möglichkeit, sie in einem einzigen Gerät zu vereinen. Wer sich jetzt Gedanken darüber macht, wer denn auf die Idee kommt, sich einen großen, lauten PC in sein Wohnzimmer zu stellen und das auch beim Familienvorstand durchzusetzen, dem sei die Angst genommen.

Diverse Anbieter haben sich bereits mit der Frage auseinandergesetzt, wie ein chices PC-Gehäuse für das Wohnzimmer aussehen muss. Entstanden sind flach liegende Aluminiumgehäuse, teilweise mit Kühlkörpern an den Seiten, die den vollständig lautlosen Betrieb eines PCs im Wohnbereich ermöglichen, der sich im Aussehen kaum von einem Blueray-Player oder Verstärker unterscheidet.

Softwaremäßig bieten Windows 7 und Windows 8 sowie andere Hersteller mit speziellen Programmen Mediacenter-Oberflächen, welche sich sowohl mit einer Funktastatur als auch mit einer Fernbedienung bequem vom Sofa steuern lassen.

Über die Preise von HTPC kann man keine genauen Aussagen treffen. Hier sind Ihren Wünschen im Rahmen des technisch Möglichen, genau wie beim Kauf eines handelsüblichen PCs, kaum Grenzen gesetzt. Vom simplen 500 € Gerät bis zur 2.000 € High End Lösung ist hier alles möglich.

Verschwiegen seien aber auch nicht die Nachteile eines solchen Systems: Vor allem längere An- und Abschaltzeiten und eine komplexere Bedienung sowie Einrichtung sind hinzunehmen. Spezielle Geräte können in der Regel ihre Aufgabe schneller und zuverlässiger erledigen. Allerdings auch nur diese eine Aufgabe.

Im Grunde ist ein solches System immer noch etwas für Technikbegeisterte, die bei dem ein oder anderen Hänger nicht gleich den IT-Notarzt rufen müssen. Dafür erhält man aber ein kompaktes und lautloses Allroundgerät, das fast alles zum Thema Multimedia abdecken kann und einige Optionen für die Zukunft bietet.

Fabian Stevens