Neuste Ausgabe

Alles bleibt – ein wenig anders

Kategorie(n): Lebensart, Schöner Wohnen, Trends

Mal ganz ehrlich: Gewohnt wird seit Menschengedenken. Einst in Höhlen mit dem Ziel, sich und seine Sippe vor wilden Tieren und Witterungseinflüssen zu schützen und einen kuscheligen Schlafplatz zu finden. Zur Verschönerung wurden schon damals Felswände mit Malereien versehen.

Seitdem sind viele Jahre vergangen, aber das Grundanliegen ist geblieben: Wir alle möchten komfortabel leben und sind ständig mit dem ‚Nestbau‘ beschäftigt. Damit wir auch weiterhin nicht im Regen stehen, hat es sich ein riesiger Industriezweig zur Aufgabe gemacht, unsere Wünsche und Bedürfnisse aufzuspüren und zu erfüllen. Das Ergebnis wird den Händlern alljährlich auf der
‚imm cologne‘, der internationalen Möbelmesse in Köln, präsentiert.

Für mich bedeutet dieser Termin Mitte Januar den Weckruf aus dem Winterschlaf und in diesem Jahr die Nieselregenwende. Dieser Morgen war wirklich ein ganz besonderer, denn es hatte über Nacht geschneit und die Sonne ließ die vor mir liegende Silhouette mit dem sensationellen Blick auf den Kölner Dom erstrahlen. Das konnte ich einige Zeit genießen, denn ich stand fröhlich summend, komfortabel und warm auf der A57 im Stau. Warum ich Ihnen das schreibe? Weil Wetter immer ein Thema ist und an diesem Morgen unerwartet der Weg mein Ziel war.

Köln hatte den roten Teppich vor den Messehallen ausgerollt, und Händler aus aller Welt orderten an diesen Tagen, was uns Kunden demnächst in den Möbelhäusern präsentiert wird und gefallen soll.

Das Wichtigste vorweg: Die Farben, die uns die Modeindustrie bereits vor zwei Jahren beschert hat, haben den Sprung in die Möbelindustrie geschafft und überraschen mit wahrhaft bezaubernden Auftritten. Und eine gute Nachricht folgt. Sollte dieser Trend Ihre Begeisterung wecken, ist es nicht nötig, sich komplett neu einzurichten, denn der Mix macht’s. Schon im letzten Jahr gab es hier und dort mal einen Farbtupfer, aber in diesem Jahr knallt’s. Nicht wie ein Feuerwerk oder eine quietschbunte Bonbontüte, es bleibt durchaus stilvoll und wohlgefällig. Aber es darf etwas großflächiger sein. Wobei die neue Farbe für alle Basics Hellgrau ist. Grau ist ein Alleskönner, elegant, freundlich und kombinierbar. Ein grauer Boden, graue Highboards, Lowboards oder Vitrinen lassen eine gelbe Sofalandschaft wie eine Diva erstrahlen.

Diese Präsentationen erinnern an Bühnenbilder und genau darum dreht sich der aktuelle Trend: Einzelne Objekte werden in Szene gesetzt. Die Farben Blau und Gelb sind wieder da. Auffällig sind in der kommenden Saison die kräftigen Farbtupfer, die aber nie miteinander konkurrieren. Nachtblau habe ich großflächig auf einer Wand gesehen, davor stand ein Polstermöbel in leuchtendem Samttürkis. Zu Farbe gehört Licht und mit der Entwicklung der LED-Technik lassen sich je nach Geschmack effektvolle Inszenierungen erreichen. Meine Favoriten sind indirekte Beleuchtung und kleine designorientierte Lampen für Schreibtische sowie punktuelle Beleuchtung.

Parallel zur Entwicklung der Unterhaltungstechnik werden Wohnzimmermöbel minimalistischer und lassen somit ein größeres Raumgefühl entstehen. Sie sind praktisch und individuell anpassbar. Der Fokus liegt auf hochwertiger Verarbeitung und auf natürlichen Materialien. Auf Platz eins steht die Eiche, gefolgt von vorrangig einheimischen Hölzern.

Stauraum entsteht in Nebenzimmern und wird dem Bedarf angepasst. So werden Kleiderschränke zu Schatzkammern und entsprechend ihrem Inhalt maßgefertigt. Mit designten Schiebetüren sind sie nicht nur praktisch,

Praktisch geht es auch in der Welt der Küchen zu. Hier steht klar die Technik im Fokus, wobei die Formensprache klar und fast schon puristisch anmutet und Farben wie Grau und Weiß dominieren. Von Langeweile gibt es trotzdem keine Spur, denn Tisch, Stühle & Co. wecken Emotionen und kommen sehr flippig daher. sondern geben dem Raum ein Gesicht.

Vorfreudig und mit den neuen Trends im Hinterkopf machte ich mich Stunden später auf den Heimweg. Zuhause erwartete mich eine frische Suppe, denn seit Weihnachten haben wir eine neue Küchenmaschine und mein Mann kocht – hoch lebe die Technik!

Ihre Katrin Hoppen