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Zurück zu den Reisewurzeln?

Kategorie(n): Kultur//Reisen

Vorbei die Zeiten, als der Kinderanimateur an der Adria oder der Costa Brava die Höhepunkte der Familienferien gestaltete. Beim Blick auf die Reisetrends des Jahres zeigt sich schnell: 2013 wird viel mehr von den Ferien verlangt, in denen sich Familien gemeinsam erholen möchten. Denn die Ansprüche sind gestiegen, seit vielfach beide Eltern berufstätig sind, die Kinder den ganzen Tag in der Schule verbringen – und seit im Alltag für die Gemeinsamkeit daheim so weniger Zeit als früher zur Verfügung steht.

Die Reiseanbieter wissen längst, was da zu tun ist: Langeweile soll ein Fremdwort bleiben, jede Altersgruppe soll ihre eigenen Freiräume finden. Und alle gemeinsam sollen das Gefühl unvergesslicher Stunden genießen, von dem sie noch Monate später schwärmen.

Dazu müssen Sie nicht einmal weite Wege einplanen. Schon der kurze Resturlaub zwischendurch reicht, um der ganzen Familie neue Glücks- und Spaßerlebnisse zu verschaffen. In den Fokus beliebter Ferienangebote rücken hier auch wieder die Jugendherbergen, die heutzutage jünger, freundlicher und vor allem komfortabler auftreten, als man es eventuell noch aus grauer Vorzeit in Erinnerung haben mag.

Manege frei
Wie wäre es beispielsweise mit der ‚Aktivreise: Wander-Zirkus‘, die von der Jugendherberge Bad Münstereifel angeboten wird? Da schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe: Nachwuchs mit Lust zum Zaubern und zur Akrobatik übt unter fachkundiger Anleitung für die große Zirkusaufführung, während andere Gruppen die Wanderschuhe schnüren und mit geschulten Guides die überraschendsten Ausblicke der Eifel ansteuern.

Tiefenrausch
Sie mögen nicht wandern, sehnen sich eher nach Abenteuern unter Wasser? Das geht mit einem Ferientauchkurs über sieben Tage für Familien oder einzeln reisende Eltern mit Kindern. Das Reiseangebot der Jugendherberge Xanten verblüfft: Beim Kompaktkurs warten Profi-Tauchlehrer auf die Eltern und auf Kinder ab zehn Jahren. Vorkenntnisse oder eigene Ausrüstung muss niemand mitbringen, lediglich eine Tauch-Tauglichkeitsbescheinigung des Hausarztes und die gewisse Lust auf Abenteuer und neue Erfahrungen.

Der Höhepunkt nach ausführlichem Training: ein Tauchgang rund um eine elf Meter lange Yacht, die in den Gewässern der Xantener ‚Südsee‘ versenkt wurde. Und bei guter Sicht kann auch der Unterwasser-Skulpturengarten ertaucht werden, den die ‚Südsee‘ bietet. Am Schluss des Kurses wartet das Zertifikat für ‚SSI-Open-Water-Diver‘. Den Absolventen stehen danach Tauchurlaube rund um den Globus offen. Es sei denn, sie haben sich in die Umgebung der Xantener Jugendherberge verliebt und möchten einfach wieder nach Aal, Barsch, Hecht und Krebs in der Xantener Strandbadelandschaft Ausschau halten.
Tot ziens – bis bald!
Sie können natürlich in Xanten auch gemeinsam wieder ins Auto steigen und knapp anderthalb Stunden später mitten in der niederländischen Touristenmetropole Amsterdam erneut vor einer Jugendherberge für ein City-Erlebnis nach der Tauch-Erfahrung haltmachen.
Zum Beispiel beim ‚Stayokay Amsterdam Vondelpark‘. Die Herberge, eine der größten und modernsten in Europa, ist teilweise in einem großen Chalet untergebracht und die Shoppingmeilen der Stadt, Van-Gogh- und Rijkmuseum sowie die Spaß-Zentren liegen in direkter Nähe. Keine riesigen Schlafsäle, stattdessen Zwei-, Vier- oder Sechs-Bettzimmer, jeweils mit eigenem Bad und W-Lan gratis.

Nicht nur in Deutschland, sondern quer durch Europa haben die einst kargen Schlafstätten der Wandervögel längst ihr Gesicht verändert. Sie bieten nach wie vor freundliche, aber bezahlbare Gastlichkeit. Und das in einem Ambiente und mit Sonderleistungen, die in die heutige Zeit passen.

Peter Lamprecht