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Rundum gut hören – seit 50 Jahren

Dass Hörgeräte einst mit Schraubendreher und Lötkolben repariert wurden, ist heute kaum noch vorstellbar. Inzwischen sind die Helfer so klein, dass sie als Stöpsel im Ohr fast verschwinden. „Die Geräte werden nach Maß auf die Form des jeweiligen Ohres angepasst“, erklärt Nicole Meyer, Geschäftsführerin von Hörgeräte Meyer. Dazu wird jedes Gerät nach den individuellen Anforderungen seines Trägers programmiert. Reparaturen am Werktisch, wie sie bei der Eröffnung des Geschäfts vor 50 Jahren noch üblich waren, sind längst Historie.

Am 1. April 1963 eröffneten Bernhard und Margit Meyer ihr Geschäft an der Hauptstraße in Rheydt, erzählt Nicole Meyer, die das Geschäft nun in der zweiten Generation führt. Damals war der Hörgeräteakustiker noch kein von der Handelskammer anerkannter Beruf – es wurde noch an dem Berufsbild gefeilt. 1969 war Bernhard Meyer der jüngste Meister am linken Niederrhein. 16 Jahre später bestand Tochter Nicole ihre Gesellenprüfung an der Landesberufsschule für Hörgeräteakustiker in Lübeck, drei Jahre später die Meisterprüfung. Auch heute sind der 76-
Jährige und seine Frau Margit hin und wieder im Geschäft aktiv.

„Mein Vater hat sich immer gerne
mit der Technik beschäftigt“,
erinnert sich die Unternehmerin. Anfang der 1960er Jahre gab es noch rechteckige Taschenhör-geräte. „Frauen hatten oft am BH eine kleine Tasche, in der sie diese
Geräte verschwinden lassen konnten“, erzählt Nicole Meyer. „Von dort aus führte eine Schnur zum Ohr, wo der Lautsprecher untergebracht wurde.“

Nicht nur die Größe der Hörgeräte hat sich merklich verändert. Für Kinder und Jugendliche gibt es die Helfer in bunten und poppigen Farben – auf Wunsch sogar mit Glitzer. Für alle anderen Nutzer stehen nahezu unsichtbare Systeme zur Verfügung, die in der Farbe und Form individuell ausgesucht werden. Das Wichtigste ist den Kunden jedoch die Passform, deshalb greifen auch iPod- und Mobiltelefon-
nutzer gerne nach Maß-Kopfhörern aus dem Hause Meyer.

Die Zahl der Hörgerät-Modelle ist so vielfältig geworden, wie die Nutzer es sind. „Eine Seniorin, die sich mit ihren Freundinnen unterhält, ins Theater geht und beim Spaziergang das Vogelzwitschern liebt, braucht eine andere Programmierung als ein Geschäftsmann, der viele Telefon-
konferenzen hat“, erklärt die Expertin. Kinder und Studenten haben wiederum andere Hörbedürfnisse. Dafür werden die Programme optimal eingestellt. „Wir personalisieren das Hören“, nennt Nicole Meyer das.

Ein großes Thema der Gegenwart sind Hörsysteme, bei denen der HNO-Arzt ein Gerät implantiert und die Hörgeräteakustiker es anschließend für den Patienten individuell programmieren.

„Ein Hörgerät wird viele Jahre benutzt“, sagt die Unternehmerin. „Deshalb müssen wir für den Patienten in längeren Zeiträumen denken.“ Dazu braucht es Erfahrung – und ständige Weiterbildung. Erst 2012 hat Nicole Meyer eine Zusatzausbildung zur Audio-Therapeutin gemacht.

Denn nicht immer ist bei Schwerhörigkeit ein ‚technischer Helfer‘ nötig. Mit einem Hör- und Versteh-Training kann Hören geübt und konditioniert werden. Als
kostenlosen Service bietet das Unternehmen seinen Kunden deshalb einmal im Jahr eine Vorsorge an.

Garnet Manecke

Hörgeräte Meyer
Hauptstraße 97 // MG-Rheydt
Fon 02166.46028