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Lange Nächte in Museen

Kategorie(n): Kultur//Reisen

Was macht eigentlich die Mumie, wenn im Museum die Lichter ausgehen? Und besucht die Schöne auf dem Canapée dann den Dichter zwei Bilder weiter? Das kann man nur herausfinden, wenn man mal nachts durch die Museen streift. Neben Kunst gibt es in vielen Städten auch ungewöhnliche Einblicke in die Evolutionsgeschichte, die Entwicklung der Industrie und andere interessante Themenwelten. Ein nächtlicher Streifzug durch die Museen in Deutschland.

Hamburg
Um 18 Uhr gehen im Norden die Lichter an und die lange Nacht der Museen beginnt. Hamburg gilt mit seinem Hafen als Tor zur Welt, da ist es für die Hanseaten Ehrensache, dass sie über den eigenen Tellerrand hinausblicken. 53 Museen öffnen von 18 bis
2 Uhr ihre Türen, um die Besucher mit Ausstellungen, Führungen, kulinarischen Leckereien, Musik, Tanz und Film durch die Nacht zu begleiten. Das Archäologische Museum bedient sich dabei der bunten Bausteine von Lego. Damit wird das Leben von Eiszeit-Jägern, der Turmbau zu Babel oder die Entdeckung Amerikas dargestellt. Dazu sind Original-Objekte zu bestaunen und wer mag, kann beim Steinzeit-Feuer erfahren, wie die Urmenschen wohl gelebt haben.

13. April //  www.langenachtdermuseen-hamburg.de

Düsseldorf
Die Rheinländer setzen auch im Jubiläumsjahr zum 725-jährigen Bestehen der Stadt ganz auf Kunst. Im Ständehaus ist ‚100 x Paul Klee‘ zu sehen, im K20 werden Werke der Bildhauer aus der Düsseldorfer Kunstakademie seit 1945 gezeigt. Darunter sind große Namen wie Joseph Beuys, Hede Bühl und Tony Cragg. Der Schauspieler Daniel Brühl liest im Haus der Architekten aus seinem Buch ‚Ein Tag in Barcelona‘.

Nicht nur die Stadt, auch der Landtag feiert in diesem Jahr ein Jubiläum: Seit 25 Jahren liegt er an der Rheinuferpromenade. Deshalb lädt er zu Führungen an den Ort, an dem die Politik gemacht wird, ein. Und das Landeskriminalamt widmet sich nicht nur der Kunst am Bau, sondern erzählt auch die Geschichte einiger besonders aufregender Kunstfälschungen.

20. April  // www.nacht-der-museen.de

Bremen
Fußball-Fans schauen jedes Wochenende auf die Bundesliga-Tabelle, auf der sich Werder Bremen im unteren Mittelfeld wiederfindet. Ganz vorne ist der Verein aber mit seinem Museum, in dem seine wechselvolle Geschichte erzählt wird. Neben dem Werder-Museum nehmen elf weitere an der Museumsnacht teil und öffnen von 18 bis 1 Uhr für die Besucher.

Auch mit einem Krankenhaus-Museum kann Bremen aufwarten. Im denkmalgeschützten Hofgebäude einer ehemaligen psychiatrischen Anstalt wird die Bremer Psychiatriegeschichte anhand historischer Behandlungsgeräte und Hörinseln mit Berichten von

Patienten, Ärzten und Angehörigen erzählt. Und im Schulmuseum
geht es um den Alltag in der Schule, der sich seit 1900 nicht nur durch neue Kommunikationsarten der Schüler gewandelt hat.

25. Mai // www.museeninbremen.de

München
Das Oktoberfest ist auf der ganzen Welt ein Wahrzeichen Münchens. Wichtigstes Getränk bei der Groß-Gaudi ist Bier. Wen wundert es da, dass die Münchner für das Volksfest sogar ein eigenes Museum eingerichtet haben? Im Bier- und Oktoberfestmuseum wird die Geschichte der Brauereien, der Bierherstellung und des Festes erzählt.

Freunde der schnellen Motoren kommen im BMW-Museum auf ihre Kosten. 125 der wertvollsten Fahrzeuge und Exponate aus der Historie des Autobauers sind hier zu bewundern. Und weil die Stadt von Karl Valentin ein Faible für Kuriositäten hat, findet man hier das Kartoffel-Museum, das 1996 eröffnet wurde, um ein Jahr später 350 Jahre Kartoffelanbau in Deutschland angemessen feiern zu können.

Insgesamt machen fast 100 Häuser mit, viele von ihnen rufen die Nacht schon nachmittags mit einem bunten Kinderprogramm aus.

19. Oktober // www.muenchner.de

Köln
Die Stadt am Rhein beschließt das Jahr der Museumsnächte. Auch wenn Köln nie Olympia-Stadt war, kann es mit einem Sport- und Olympia-Museum aufwarten. Und was wäre sie ohne den Duft von Kölnisch Wasser, der zart aus dem Haus Obenmarspforten 21 zieht? Im Farina-Haus, wo der Parfumeur Johann Maria Farina 1708 das Eau de Cologne erfand, gibt es ein Duftmuseum. Und weil in der Domstadt generell nichts unvorstellbar ist, kann die Heimat des Kölsch auch ein Weinmuseum sein eigen nennen.

9. November // www.museumsnacht-koeln.de

Garnet Manecke