Am Anfang jeder Probe und jedes Konzertes steht für die Sänger von Wake Up ein „Blablabla, Tralala und Hahaha“. Dahinter stecken keine Albernheiten ausgelassener Chorsänger, sondern handfeste Arbeit. Denn bevor richtig gesungen wird, müssen die Stimmbänder für die anstehende Leistung trainiert werden. Die Aufgabe des Einsingens übernimmt bei ‚Wake Up‘ Monika Wagner, Chormitglied und Gesangstrainerin in Personalunion. Zwerchfell und Stimmbänder müssen fit sein, denn der Chor hat viel vor. An Gründonnerstag, 21. April, wird er die Chorfassung von ‚Jesus Christ Superstar‘  in der Citykirche aufführen.

Foto: Hannah von Dahlen - Wake Up Chor


Schon im vergangenen Jahr hat der Chor sich der Herausforderung gestellt. „Wir singen gerne in Kirchen und in interessanten Räumen“, erzählen Chorvorstand Volker Quinkert und Sänger Norbert von Dahlen. „Ohne Verstärkeranlage, weil wir den Raum als Klangkörper mit einbeziehen.“ Dafür schickt Chorleiter Ulrich Windbergs die 25 singenden Frauen und Männer durch den Raum, damit sie ihn austesten. „Das wird so lange gemacht, bis die günstigsten Positionen für den optimalen Klang gefunden werden“, sagt Quinkert.
Dabei ist es egal, ob der Chor in einer Kirche, einem Konzertsaal oder, wie bei den Mönchengladbacher Kunstnächten ‚Nachtaktiv‘, im Wasserturm und einem Schwimmbad auftreten. „Was auch immer gemacht wird, bei Ulrich Windbergs ist am Ende immer der Klang entscheidend“, sagt von Dahlen.
 

„Ich möchte in diesem Jahr gerne ein Konzert mit allen sechs Chören machen.“

 
„Vielseitigkeit und Flexibilität zeichnet einen guten Chor aus“, findet Chorleiter Windbergs. Der Nettetaler ist freischaffender Musiker und leitet neben ‚Wake Up‘ noch fünf weitere Chöre. Die spielen auch in einem geplanten Projekt eine Rolle. „Ich möchte in diesem Jahr gerne ein Konzert mit allen sechs Chören machen“, sagt Windbergs. „Nicht, um sie in einem Wettbewerb gegeneinander antreten zu lassen; jeder Chor soll eine andere Messe singen, um die verschiedenen Klänge zu hören.“
Aber nicht nur das Gemeinschaftskonzert steht auf der To Do-Liste von ‚Wake Up‘. „Nach Jesus Christ werden wir ein Jazz-Programm einstudieren“, sagt von Dahlen. „Das wird schwierig, weil dieser Stil für uns ungewohnt ist. Aber wir freuen uns darauf.“
Große Veränderungen stehen auch den Mitgliedern des Chorstudios Mönchengladbach bevor. Denn mit dem Konzert zu seinem 80. Geburtstag verabschiedet  sich Chorleiter Hermann Große-Schware nach über 30 Jahren und gibt die Leitung an Regine Saus, ausgebildete Sängerin und Lehrerin, ab.
„Das Repertoire des Chores wird sich sicher verändern“, glaubt Chorsprecher Olaf Kelz. „Denn Hermann Große-Schware hat neben Oratorien, Chorälen und den Stücken der Romantiker auch eigene Kompositionen mit uns einstudiert.“
Dabei hat sich Große-Schware auch von Begebenheiten in den Konzerten inspirieren lassen.
„Bei einem Konzert mussten wir am Ende des Stücks alle die Notenblätter nochmals umblättern“, erinnert sich Kelz an eine Anekdote. „Das Rascheln der Blätter hat er dann in eines seiner Stücke eingebaut.“
‚Gipsy Swing‘ – Benefizkonzert Zonta Club II
Ganz ohne Blätterrascheln kommt Gitarrist Joscho Stephan bei seinen Konzerten aus.
Begleitet von Vater Günter Stephan (Gitarre) und  Bassist Max Schaaf steht Stephan für feinsten Gipsy Swing. Seit der Gitarrist in seiner Kindheit eine Schallplatte des legendären Django Reinhardt hörte, ist er von dieser Musik fasziniert.
„Wir brauchten ihn nie zum Üben zu bewegen“, sagte Vater Günter einmal in einem Interview.
„Im Gegenteil, manchmal mussten wir ihn sogar bremsen.“ Der Fleiß hat sich gelohnt: Heute ist Joscho Stephan einer der ganz Großen in der internationalen Jazz- und Swing-Szene. Seine Bekanntheit führt nicht nur zu stets ausverkauften Sälen bei seinen raren Konzerten in Mönchengladbach.
Der Musiker stellt seinen bekannten Namen auch gerne zur Verfügung, um karitative Zwecke zu unterstützen. Am 13. April gibt er in der Gesamtschule Volksgarten um 20 Uhr ein Benefiz-Konzert für den Zonta Club Mönchengladbach II. Der Erlös des Konzerts kommt der Mutter-Kind-Einrichtung ‚Schwungfeder‘ und dem Internationalen Kinderzentrum Karlstraße zugute.
Eintrittskarten gibt es zum Preis von 18 €
in der Buchhandlung Degenhardt
Friedrichstraße // MG
www.wakeup-mg.de
www.joscho-stephan.de