Neuste Ausgabe

Wie Feuer und Wasser

Kategorie(n): Lebensart, Schöner Wohnen

Sanft raschelt der Wind durch die dichten Blätter von Büschen und Bäumen, begleitet vom leisen Plätschern eines Wasserspiels. Jeder Hauch weht die zarten Aromen von Blüten und Kräutern an Ihre Nase, während Sie entspannt die wärmenden Sonnenstrahlen genießen. Ein Idyll, das Ihnen der eigene Garten beschert.

Natürlich aber auch ein Luxus, der mit einem gewissen Maß an Arbeit verbunden ist. A und O des vollendeten Gartengenusses ist selbstverständlich eine gute Planung. Von der ersten Vision bis zum fertigen Paradies ist es ein teils langer Weg, auf dem sich jeder Gedanken machen sollte, was er von seinem Fleckchen Grün erwartet.

Die großen Vier im Einklang

Natürlich gibt es auch bei der Gartengestaltung Anhaltspunkte zur Orientierung, zum Beispiel die asiatische Lehre der Elemente. Für einen Naturbereich, der Auge und Seele beruhigt, sollten alle vier – Feuer, Wasser, Luft und Erde – vertreten sein.

Die Erde wird Ihnen bestimmt zuerst in den Sinn kommen. Klar, guter Mutterboden ist die Voraussetzung einer jeden Blumenpracht. Ein Beet allein wird jedoch dem Facettenreichtum dieses Elements nicht gerecht. Mit Natursteinen gepflasterte Sitzbereiche, die sich in der Sonne aufheizen und noch abends wohlige Wärme abgeben, können es versinnbildlichen. Auch durch optische Unterteilung in verschieden hohe Ebenen oder die Abgrenzung der Bodenarten – Rasen, Wege oder modellierte Hügellandschaften – kann
es symbolisiert werden. Ich persönlich liebe ja Hochbeete aus Naturstein: sehr praktisch für Kräuter und absolute erdige Eyecatcher.

Auch das Wasser ist ein fester Bestandteil fast aller Gärten. Teiche und Bachläufe lockern gerade größere Anlagen optisch auf – erfordern jedoch viel Aufmerksamkeit. Stylishe und angenehm pflegeleichte Alternativen, die es mir angetan haben und die auch kleinere Bereiche aufpeppen, bilden Wasserspiele und -Säulen. ‚Tierische‘ Wasserspeier haben ausgedient, heute plätschert Wasser beruhigend über Granit, Marmor oder Holz.

Besonders abwechslungsreich lässt sich das Feuer in den Garten integrieren. Fackeln und Feuerkörbe lassen nicht nur die Flammen, sondern auch die Herzen höher schlagen lassen. Ein noch recht neuer Trend hat gerade meine Terrasse erobert: die Schmelzfeuer. Dies sind Ton- oder Steintöpfe mit einem Dauerdocht in der Mitte, als ‚Brennmittel‘ dienen alle Wachsreste, die sich im Haushalt ansammeln. Eine schöne Dekoration, die laue Sommerabende illuminiert und gleichzeitig Kerzenstummel recycelt. Wer sich vor echten Flammen scheut, kann durch entsprechende Pflanzen wie Feuermohn oder Fackellilie Feuer in den Garten zaubern.

Bleibt noch die Luft. Wie planen Sie diese in Ihren Garten ein? Schließlich ist sie nicht greifbar. Ganz einfach: Sie ‚fangen‘ sie durch Gegenstände, die sich in der Luft bewegen. In erster Linie wird sie durch Bäume symbolisiert. Sie reagieren auf den leisesten Windhauch und beeinflussen direkt das Klima. Wer keinen Platz für große Gewächse hat, weicht einfach auf kleinere Büsche aus oder wählt dezent klingelnde Windspiele.

Sie sehen: Die Integration aller vier Elemente in Ihren Garten ist nicht schwer und wird meistens intuitiv bei der Gartengestaltung umgesetzt. Unabhängig von den jährlich wechselnden Outdoor-Trends entsteht ein harmonisches Bild, das mit jedem Geschmack oder Design vereinbar ist. Ich zumindest freue mich jedes Jahr aufs Neue auf dieses elementare Garten-Vergnügen.

Laura Dietel