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He got the Blues

Mit seiner Band Black Brothers & The Bad Bones mischt Jochen Contzen die Konzertsäle der Republik auf. Jedes Jahr im November feiert die legendäre Blues Brothers Show eine große Geburtstagsparty im Kaisersaal Willich. Dabei spielen die Musiker sich und das Publikum regelmäßig in einen Rausch. Die Gladbacher können schon im Sommer einen Vorgeschmack davon bekommen: Dann sind Contzen & Co. Gäste der Sommermusik auf Schloss Rheydt.

Vor zehn Jahren sollte dann Schluss sein und die Black Brothers sterben. Aber die Fans waren dagegen. „Es gab einen richtigen Aufschrei“, erinnert sich der 57-Jährige und dabei klingt ein bisschen Rührung in der Stimme mit. Wenn im November Willich zum Mekka der Blues-Brothers-Fans wird, pilgern die Anhänger von München, der Schweiz, Irland oder Schweden an den Niederrhein.

Schon früh hat Jochen Contzen seine Leidenschaft für Musik entdeckt. „Aber es ist ziemlich schwierig, davon zu leben“, ist seine Erfahrung. Deshalb hat er einst das Handwerk des Schreiners erlernt. Drei Jahre arbeitete er in der Holzwerkstatt, dann entschied er sich, etwas zu machen, das ihm mehr Raum für die Musik lässt.

Mit seiner damaligen Band Blue Circle spielte er als 20-Jähriger im Vorprogramm der niederländischen Rockband Golden Earring und mit dem Bluesmusiker Herman Brood. „Das wäre der Grundstein für eine Pro -Karriere gewesen“, sagt Contzen. Doch zwei der vier Bandmitglieder entschieden sich anders. Die Band löste sich auf.

Mit den Jahren wechselten die Jobs, die Musik blieb. Seit eineinhalb Jahren hat er beides im Blues-Café Black Jake vereint. Benannt wurde die Musikkneipe nach seiner heutigen Band und dem Vornamen von Jake Blues, einer der beiden Protagonisten in dem legendären Film.

Auch in seiner Show übernimmt er die Rolle des Jake. Seinen ‚Bruder‘ Elwood gibt seit vielen Jahren Bernhard Halen. Im zivilen Leben ist Halen Controller. Weil der Familienvater nicht bei jedem Gig dabei sein kann, gibt es noch einen zweiten Elwood: Frank Henkes aus Lobberich springt dann mit Hut und Sonnenbrille ein.

Die Idee zur Show entstand, wie sollte es anders sein, in einer Kneipe. „Wir haben den Film gesehen und gedacht, wir sollten eine Blues Brothers Revival Band gründen“, erinnert sich Contzen. 1988 traten sie zum ersten Mal mit ihrer Show im Kaisersaal Willich auf – die Geburtsstunde einer Erfolgsgeschichte. Die Band tourte durch Deutschland, trat in Hamburger Clubs an der großen Freiheit und im Metropol Berlin auf.

Damals hatte die Band sich noch nach dem Original benannt. Das änderte sich einige Jahre später: Zu viele andere hatten die Idee auch aufgegriffen. Aus der Blues Brothers Revival Band wurden die Black Brothers & The Bad Bones.

Die Faszination der Filmmusik ist nach wie vor ungebrochen. „Die Songs des Films sind sehr gut arrangiert“, so der Band-Leader. „Nie gerade, das macht das gewisse Etwas aus.“ Außer den beiden Sängern sind die Musiker alle Pro s. „Ich habe immer Wert auf gute Musiker gelegt“. Heute spielen bei ihm Saxophonisten wie Frank Kirchner, der auch mit Herbert Grönemeyer tourt oder der Gitarrist Dennis Hormes, der mit Marc Terenzi und DJ Bobo gearbeitet hat. Dass bei den Konzerten der Black Brothers eine ganz besondere Stimmung herrscht, hat sich auch in Musikerkreisen herumgesprochen. Deshalb kommen die Künstler gern, um mit Contzen & Co. auf der Bühne zu stehen – wenn es ihr Terminplan zulässt.

Auf diese Weise wechselt die Besetzung jedes Mal. „Kein Konzert ist wie das andere“, sagt Contzen. Auch das auf Schloss Rheydt am 28. Juli wird so ein Unikat.

Garnet Manecke

Blues-Café Black Jake
Peterstraße 6 // Willich

Öffnungszeiten
Dienstag – Samstag // ab 18 Uhr
Sonntag // ab 11 Uhr

www.black-brothers.de