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So wird der Körper nicht sauer

Kategorie(n): Gesund//Vital

Der menschliche Organismus ist ein eigenes Universum, in dem jede Zelle ihre Aufgabe hat. Allerdings brauchen sie optimale Bedingungen, um gesund zu bleiben. „Der Säure-Basen-Haushalt muss ausgewogen sein“, sagt Anne Jantzen, Ernährungsberaterin im SuperBioMarkt Mönchengladbach. Dafür ist die richtige Ernährung die Grundlage.

Fertiggerichte, Naschereien im Überfluss, viel Fleisch und täglich ein Glas Wein am Abend: Der moderne Mensch ernährt sich hauptsächlich von Produkten, die Säure bildend sind. Sein Organismus aber ist noch so programmiert wie zu Urzeiten, als vor allem Wildgemüse, Nüsse, Samen, Beeren und Früchte und hin und wieder ein Stück Fleisch oder Fisch den Speiseplan bestimmten. Dazu haben sich die Vorfahren auf der Suche nach Nahrung täglich 20 bis 30 Kilometer bewegt.
„Die heutige Lebensweise führt dazu, dass mehr Säuren im Körper sind“, weiß Anne Jantzen. Mit fatalen Folgen: Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck, Gicht und Rheuma werden von Medizinern und Ernährungsexperten mit einem gestörten Säure-Basen-Haushalt in Zusammenhang gebracht. „Die Ernährung sollte deshalb zu 80 Prozent aus Basen bildenden Lebensmitteln bestehen“, rät die 48-Jährige. Die heutige Normalkost aber wirke stark Säure bildend.

Per se gesundheitsschädlich sind Säuren nicht. Denn einige Organe arbeiten in saurem Milieu. So ist zum Beispiel der Magen stark säurehaltig. Auch der Schutzmantel der Haut ist leicht sauer. Gemessen wird das mit dem pH-Wert, der von 0 (sehr sauer) bis 14 (stark basisch) reicht. „Blut ist mit einem pH-Wert von 7,4 leicht basisch“, sagt Anne Jantzen. „Da gibt es nicht viel Spielraum.“ Sinkt der pH-Wert des Blutes unter 7,36, liegt eine Azidose vor, die im schlimmsten Fall zum Tod führen kann.

Daher versucht der Körper stets, überschüssige Säure mithilfe von Mineralstoffen wie Kalium, Magnesium und Kalzium zu neutralisieren. So gepuffert, kann er sie über Schweiß und Urin ausscheiden. „Wenn der Körper nicht genug von diesen Vitalstoffen über die Nahrung bekommt, zieht er sie aus den körpereigenen Depots“, warnt die Ernährungsberaterin. Das führt zu einem Mineralstoffmangel. Erste Anzeichen dafür sind brüchige Fingernägel und Haarausfall. „Es ist wichtig, von einem Arzt abklären zu lassen, ob solche Symptome auf Mineralstoffmangel zurückzuführen sind oder eine andere Ursache haben“, betont Anne Jantzen.

Mit einer überwiegend basisch orientierten Ernährung kann man den Körper bei seiner Arbeit unterstützen. „Basisch ist so gut wie jedes Gemüse und ein Großteil der Früchte“, sagt sie. Dabei ist es sinnvoll, saisonale Produkte auf seinen Speiseplan zu setzen. Denn die haben den optimalen Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Ölsaaten wie Leinsamen, Sesam oder Kürbiskerne sind nicht nur basisch, sie liefern dem Stoffwechsel auch wertvolle ungesättigte Fettsäuren.

Ganz verdammen sollte man Säure bildende Lebensmittel nicht. „Man muss zwischen den gesunden und ungesunden unterscheiden“, betont die Expertin. Hirse, Quinoa und Amaranth seien zum Beispiel leicht säureüberschüssig. Ihr hoher Anteil an Vitalstoffen aber macht sie für die Ernährung wertvoll. Fleisch, Fisch und Eier seien stark Säure bildend. „Sie können aber in Maßen in eine gesunde Ernährung eingebaut werden“, rät Anne Jantzen.

Mit Bewegung an der frischen Luft kann man den Körper zusätzlich in seiner
Basen-Säure-Balance unterstützen. Denn über die verstärkte Atmung wird auch
dabei Säure abgebaut.

Garnet Manecke