Neuste Ausgabe

Jean Jacques im El Paso

Welche Anlässe gibt es für Restaurant – besuche? Geburtstage zum Beispiel, Geschäfts- oder Ehefrauen-Besänftigungs-Essen und manchmal hat man einfach keine Lust, den Kochlöffel zu schwingen. Bei uns ist heute der schlimmste Fall eingetreten: Wir bekommen Besuch – und der Herd streikt! Also bleibt uns nichts anderes übrig, als auswärts zu essen – worüber ich um ehrlich zu sein auch nicht traurig bin.

Bleibt nur die Frage: Wo sollen wir den Abend verbringen? Uns steht der Sinn nach etwas Exotik, nach Gerichten, die schon durch ihren Klang die Stimmung heben. Der Geistesblitz lässt nicht lange auf sich warten: Olé – wir steuern das ‚El Paso‘ an! Die perfekte Location des Abends liegt relativ versteckt mitten in der Mönchengladbacher Altstadt, nur einen Katzensprung vom Alten Markt entfernt. Der riesige Biergarten kuschelt sich in einen Innenhof über mehrere Ebenen, von kleinen Nischen für Pärchen bis hin zu weitläufigeren Flächen für größere Gruppen findet hier jeder seinen gewünschten Platz. Und auch das Restaurant selbst vermittelt spanisch-mexikanischen Charme. Das hat schon etwas von Urlaubsfeeling.

Ay Caramba!
Die Wahl der Gerichte fällt dann kurze Zeit später bei der ersten Runde ‚Corona‘ und ‚San Miguel‘ – den typischen Biersorten Spaniens und Mexikos. Natürlich, auf der Speisekarte sind keine experimentellen Ausreißer in die Haute Cuisine zu finden, vielmehr sind alle Klassiker, die man beim typisch ‚deutschen Mexikaner‘ erwartet, vertreten. Nachos, Enchiladas, Tacos & Co., dazu ein paar ‚Amerikaner‘ wie Spareribs und Burger, Salate und Fleischgerichte. Wie gesagt, nichts Neues. Aber wie heißt es noch so schön?
Es gibt so ’ne und so ’ne … Fragt sich, zu welcher Sorte das El Paso gehört.

Los geht’s mit der ‚Plato de la Casa‘, einer Zusammenstellung der Tex-Mex-Must-eats: Nachos mit Guacamole, Hühnchen- und Thunfisch-Dip, Käsetaschen, gebackene Zwiebelringe und Käse-Jalapeños. Standard hin, Standard her – diese Menge an Dips und Mais-Chips ist eine außergewöhnlich leckere Herausforderung. Besonders gut gefällt mir die Idee, sämtliche Saucen in kleinen Nacho-Schälchen zu servieren. Genuss bis zum letzten Krümel.

Die Grundlage der Hauptspeisen, von denen wir uns zu viert übrigens nur zwei teilen, bildet die berühmt berüchtigte Tortilla. Einmal als ‚Calzone Sonora‘, einer Tortilla, die mit verschiedenen Gemüsesorten wie Spinat, Pilzen und Paprika sowie fein-würzigem Hackfleisch gefüllt wurde. Als Topping zieren sie Guacamole und Sauerrahm – sehr erfrischend. Dazu gibt’s selbst gemachte, überbackene Kartoffelchips, die nicht nur lecker, sondern auch mächtig sind.

Beim zweiten Gericht, dem ‚Fajita Mix‘ mit Hühnchen und Roastbeef, müssen wir selber aktiv werden. Denn serviert werden vier Tortillas, die man nach Lust und Laune mit den weiteren Zutaten, die ebenfalls den Tisch füllen, belegen, rollen und genießen kann. Hierbei haben wir die Wahl aus den pikant eingelegten und mit Zwiebeln und Paprika gebratenen Fleischsorten sowie verschiedenen Dips, Käse, Bohnen und Reis. Für meinen Geschmack hätten beide Hauptspeisen hier und da ein wenig mehr Schärfe vertragen können. Wobei ich oft und gerne sehr scharf esse und mit Sicherheit mehr vertrage als manch anderer Gaumen. Von daher ist das nur mein subjektives Empfinden, rein geschmacklich habe ich überhaupt nichts zu mäkeln – ganz im Gegenteil.

Zum ‚Dessert‘ steigen wir noch einmal auf Flüssignahrung um und gönnen uns eine Runde fantastischer Cocktails, die dank der langen Mittwochs-Happy-Hour übrigens äußerst preiswert ist. Und weil man auf einem Bein nicht stehen kann, beenden wir den ersten Sommergenuss des Jahres mit … TEQUILA!

Ihr LeckerSchmecker
Jean Jacques