Neuste Ausgabe

Der schöne Schein

Kategorie(n): Technik//mehr

Die Gamescom hat es wieder bewiesen: Der Mensch ist und bleibt ein (Video)-Spielkind. Nahezu jeder verbringt täglich Zeit damit, sich in eine bunte, fiktive Welt zu flüchten, sei es bei ein paar Minuten mit der Lieblingsapp oder das ein oder andere Stündchen am PC nach Feierabend oder am Wochenende.

Könige der Spiele sind dabei uneingeschränkt die epischen Games, die nicht nur mit durchdachten Handlungssträngen, sondern inzwischen auch durch imposante Grafik überzeugen. ‚Fotorealistische Darstellung‘ lautet das Zauberwort: Zum Teil sind Umgebungen und Gegenstände kaum noch vom Original zu unterscheiden. Kein Wunder, werden die Traumwelten doch inzwischen schon genauso aufwendig produziert wie große Hollywood-Blockbuster, Schauspieler, Stunts und visuelle Effekte inklusive. Meist werden Szenen sogar ‚richtig‘ gefilmt und dann umgerechnet. Für die Protagonisten stehen echte Schauspieler oder Sportler Pate. Demzufolge werden auch Figuren immer originalgetreuer, wobei hier selbst die ambitioniertesten Spiele-Entwickler zugeben, dass es noch ein paar Jährchen dauern wird, bis sich Charaktere vollends realistisch mit ausgefeilter Mimik und Gestik durch die elektronischen Weiten bewegen werden. Die Rechenleistung der aktuellen Games ist zwar schon hoch – doch um jedes Zwinkern, jede noch so kleinste Muskelbewegung darstellen zu können, fehlt noch das letzte Quäntchen.

Einen wahren Quantensprung dagegen hat die Anpassungsfähigkeit der Konsolen- und PC-Spiele gemacht. Früher gab es ein bis zwei vorgeschriebene Handlungsfäden, die man irgendwie durchspielen musste – ein kleiner Fehler und schon ging es zurück zum Szenenanfang.

Heutzutage passen sich die Geschehnisse dem Spieler an, zwar gibt es vorgegebene Ziele, die Wege dahin sind jedoch vielfältig und von den Entscheidungen der realen Personen abhängig. Kein Wunder, schließlich stehen sogenannte Multiplayer-Spiele ganz hoch im Kurs, in denen man als Team interagiert.

Zusätzlich steigert die Individualisierbarkeit der surrealen Welten den Spielespaß noch weiter. Oberflächen, Hintergründe, Charaktere und Co. können inzwischen nahezu überall dem persönlichen Geschmack angepasst werden – und das sogar schon bei Spielen für die Kleinsten. So werden Mädchen schnell zur Prinzessin mit ganz viel Rosa und Glitzer, Jungs gestalten ihre Welten lieber cooler. Den großen Gamern steht dann meist eine riesige Palette möglichst realer Sonderfeatures zur Verfügung, ihre Charaktere zu gestalten. Von der Kleidung bis zu den Gesichtszügen sind der Phantasie keine Grenzen mehr gesetzt.