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Wie ein Unternehmer-Netzwerk hilft

Kategorie(n): Sport, urbano//Themen

Unternehmen gründen Netzwerke mit dem Ziel, sich gegenseitig zu unterstützen und so den Umsatz der eigenen Firma zu stärken. Aber so ein Netzwerk hat auch eine andere Seite. Denn nicht nur den eigenen wirtschaftlichen Interessen dient die Zusammenarbeit. Auch Hilfsorganisationen, die auf Spenden angewiesen sind, haben etwas davon. Wie das geht, zeigt das Beispiel des PEPers Club Mönchengladbach.

Entstanden ist der PEPers Club 2005 aus der Idee heraus, dass nicht Pessimismus eine Stadt nach vorne bringt, sondern Optimismus und Kreativität. 15 Unternehmer hat Holger Brinkmann-Sahm, Initiator des Unternehmer-Netzwerkes, damals zusammengetrommelt. Heute machen 56 Unternehmen und Freiberufler mit, das Spektrum reicht vom bodenständigen Handwerksbetrieb bis zum unkonventionellen Marketingstrategen. Die Fülle bringt nicht nur clevere Geschäftsideen hervor. „Dadurch entstehen auch viele Charity-Projekte“, sagt der 46-Jährige.

Die Zusammenarbeit bei Hilfsprojekten funktioniert genauso wie die bei Geschäften. „Jemand hat eine Idee und fragt in die Runde, ob jemand helfen kann oder jemanden kennt, der helfen kann“, fasst Brinkmann-Sahm das Prinzip zusammen. Für das Charity-Golfturnier zugunsten des Kinderhauses in Viersen, in dem schwerstpflegebedürftige und dauerbeatmete Kinder und deren Familien begleitet werden, war schnell eine Pressekonferenz organisiert. Für das Sommerfest des Vereins Achtsam e. V., der Familien mit autistischen Kindern unterstützt, wurden attraktive Preise für die Tombola angeworben.

„Als wir hörten, was in dem Kinderhospiz in Viersen geleistet wird und dass es nur acht solcher Einrichtungen in Deutschland gibt, haben wir gleich beschlossen, das Projekt zu unterstützen“, sagt Brinkmann-Sahm. Ein Grund dafür, dass diese Arbeit erfolgreich funktioniere sei, dass nicht einzelne Unternehmer als Wohltäter auftreten, sondern immer das Netzwerk. „Da ist nie der Anspruch, dass ein Mitglied mit seinem Logo irgendwo auftaucht“, sagt der Koordinator.

Das gilt auch für das Projekt Race across America (RAAM), bei dem der PEPers Club das Maxmo-Radteam mit Sponsoring und Events unterstützt. Das Radteam startet 2015 beim härtesten Radrennen der Welt. In maximal zwölf Tagen müssen die Athleten 4800 Kilometer zurücklegen von Oceanside an der Westküste nach Annapolis an der Ostküste der USA. Die Athleten haben sich vorgenommen, innerhalb von sechs Tagen ins Ziel zu kommen. Für jede Meile, die das Team zurücklegt, werden Spenden gesammelt. Der Erlös kommt der HilEri-Stiftung zugute, die sich in der Begleitung sterbender Kinder und deren Familien engagiert.

Damit die Teilnehmer ihr Ziel erreichen und möglichst viele Spenden zusammenkommen, machen sich auch die PEPers-Unternehmen stark. So werden dem Radteam optimale  Trainingsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt. Mit Spinning-Events, bei denen Hobby-Sportler gegen einen Obulus einen Hauch Wettkampfluft schnuppern können, werden Spenden gesammelt und gleichzeitig die Öffentlichkeitsarbeit der Athleten unterstützt.

Auch der historische Weihnachtsmarkt auf dem Rittergut Birkhof wird zur Unterstützung genutzt: Zum ersten Mal zahlen die Besucher einen kleinen Eintritt, von dem ein Teil ebenfalls der HilEri-Stiftung zugutekommt. Ein PEPers-Mitglied hat extra sein Weihnachtsevent mit einem Auftritt des Pianisten Sascha Klaar auf den Weihnachtsmarkt im Rittergut verlegt, um die Werbetrommel für RAAM zu rühren.

Garnet Manecke

www.pepersclub.de