Neuste Ausgabe

Jean Jacques in der Moshi Bar // Juni 2016

Kennen Sie das auch? Sie haben unbändige Lust auf eine ganz besondere kulinarische Richtung, aber keine Motivation zu kochen? Außerdem verführt das Wetter eher zum lauschigen Abend im Biergarten als am heimischen Herd. Wie so oft zermartert man sich dann das Hirn, obwohl die perfekte Lösung eigentlich ganz nahe liegt.

Jean Jacques in der Moshi Bar

 

Genauso ging es uns zuletzt. Der Heißhunger auf asiatische Küche war riesig, der Kühlschrank leer und draußen herrschte strahlender Sonnenschein. Die rettende Idee lag glücklicherweise auf der Hand: Ab in Mönchengladbachs Oberstadt in die Moshi Bar! Dort waren wir schon ewig nicht mehr, obwohl wir früher gerne zu Gast waren. Diesen Fehler galt es nun also wiedergutzumachen.

Am Ziel angekommen werden sofort wieder alte Erinnerungen wach. Geändert hat sich in der Moshi Bar optisch fast nichts. Die Einrichtung ist immer noch recht einfach, aber stylish-gemütlich, das Platzangebot nach wie vor begrenzt. Einzig der Außenbereich wurde im Laufe der letzten Jahre im Rahmen der Möglichkeiten zu einem ‚Biergarten‘ umgestaltet – auch hier gilt, dass man das Beste versucht, aber nun mal nicht zaubern kann. Wohl fühlt man sich trotzdem. Selbstredend, dass auch wir uns einen Platz unterm Sonnenschirm sichern.
Der Blick in die Speisekarte kommt uns ebenfalls sehr bekannt vor. Unterschiedliche Currys von mild bis scharf, Sushi-Kreationen von klassisch bis exotisch, einige saisonale Besonderheiten und köstlich klingende Kleinigkeiten – der Heißhunger sollte also problemlos gestillt werden.

Und tatsächlich: Schon die Vorspeisen schmecken nach Asien pur. Entschieden haben wir uns für eine kleine, klassische Maki-Sushi-Auswahl und eine Portion der Zitrus Chicken Wings. Beides eine hervorragende Wahl. Das Sushi ist wunderbar frisch – genauso, wie es sein sollte. Vielleicht war das Wasabi für Fans der grünen Paste wie uns ein wenig sparsam dosiert, doch das kann man gut verschmerzen.

Die eigentliche Überraschung verbirgt sich hinter den Zitrus Wings. Eigentlich kennt man die kleinen Hühnerteile nur aus der amerikanischen Küchenrichtung mit BBQ-Sauce. Von der Machart her sind sie auch hier außen perfekt knusprig und innen zart, doch jeder Bissen erhält durch die Zitronengras-Marinade wunderbare Exotik. Und die beiden Asiadips – der eine süß, der andere scharf – tragen ihr Übriges zum Gaumenschmaus bei.

Start gelungen, auf in die zweite Runde. Die besteht zum einen aus einem Moshi-Urgestein, dem Sambal Chicka. Serviert wird zartes Hähnchenfleisch mit frischem Gemüse in Sambal-Olek-Kokos-Sauce mit jeder Menge frischem Thai-Basilikum. Leider muss ich wieder in Lobgesänge ausbrechen, denn etwas anderes hat das Gericht nicht verdient. Ebenso wie Hauptspeise Nummer zwei: Chuchi Lachs Curry. Saftiger Lachs trifft auf knackiges Gemüse, rote Curry Sauce, Lychees und aromatische Limettenblätter. Wer nach kulinarischen Reisen sucht, sollte diese Kreation definitiv einmal im Leben probiert haben. Ich hätte eventuell ein wenig mehr Schärfe erwartet, bin aber zugegebenermaßen auch sehr abgehärtet. Für jeden anderen europäischen Gaumen wäre es bestimmt pikant genug, ich werde beim nächsten Besuch nach etwas mehr ‚Bums‘ fragen. Unfassbar lecker war es trotzdem.

Zum Abschluss des hervorragenden Essens ordern wir das Dessert mit dem wohl lustigsten Namen und möchten ‚Äffchen ärgern‘ – heißt, wir teilen uns eine Portion der gebackenen Bananen mit Eis.
Auch hier geht das Lob an die Küche, alles andere hätte mich aber auch schwer gewundert.

Doch immer wieder frage ich mich, wie ich die Moshi Bar vergessen konnte. Ich weiß es ehrlich nicht, aber dieser Fehler passiert mir garantiert kein zweites Mal.

Ihr LeckerSchmecker
Jean Jacques

Moshi Bar
Krichelstraße 22 | MG
Fon 02161.247432

Öffnungszeiten
Mo – So | 18 – 23 Uhr