Neuste Ausgabe

Indian Summer am Niederrhein // Oktober 2016

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Von wegen, das faszinierende Naturschauspiel dieser herrlich leuchtenden Herbstblätter sei ein Phänomen, das es nur in Nordamerika zu bewundern gibt. Es geht auch deutlich näher …

Den besten Indian Summer, jenes Naturschauspiel also, bei dem sich die Blätter der Bäume in blutrot, glühendes Orange und sattes Gelb verwandeln, gibt es in Neuengland zu sehen. Hier in diesem Gebiet Nordamerikas, zwischen den Neuenglandstaaten, Ostkanada und rund um die Großen Seen ist es im Herbst nachts sehr kalt, tagsüber aber ungewöhnlich trocken und warm und der Himmel meist strahlend blau. Diese Gegebenheiten lassen die Blätter an den Bäumen viel farbintensiver erscheinen – die ‚leaf peeper‘, die Laubgucker also, haben Hochkonjunktur. Wem in diesem Herbst aber das nötige Kleingeld fehlt, um über den großen Teich zu fliegen, der ist herzlich in die Wälder der Umgebung wie den Hardter Wald eingeladen – denn hier gibt es hoffentlich auch in diesem Jahr wie in der Vergangenheit so oft dieses tolle Naturschauspiel zu sehen. Die Urbano-Redaktion verrät, in welchen Wäldern man an einem dieser traumhaften Herbsttage einen ausgedehnten Spaziergang machen muss.

Brachter Wald

Die Brachter, und nicht nur die, nennen das größte Naturschutz- gebiet des Kreises Viersen die ‚Lüneburger Heide des Niederrheins‘. Hier blühen Ginster, Grauheide und Heidelerche – aber richtig schön bunt wird es an einem herbstlich-spätsommerlichen Nachmittag, dann, wenn der Indian Summer im ehemaligen Munitionsdepot der britischen Rheinarmee Einzug hält. Hier kommen selbst die vielen Inline-Skater und Rennradfahrer ins Staunen und Schwärmen.

Stadtwald Krefeld

An diesen tollen Herbsttagen wirkt es manchmal so, als wäre der Stadtwald Krefeld nur für diese paar perfekten Tage im Jahr angelegt worden: Rund um den malerischen Weiher mit seinen

Tretbooten sammeln Kinder riesige bunte Blätter, rund um den tollen Spielplatz raschelt das farbenfrohe Laub an den Bäumen genauso wie rund um die Bänke des großen Biergartens, der vor der Winterpause die letzten Gäste zu einem Weizenbier oder Kaffee mit Kuchen begrüßt. Die vielen Spazierwege durch den Park sind es in jedem Fall wert, an Tagen wie diesen erkundet zu werden.

Wildpark Düsseldorf

Die ‚grüne Lunge‘ der Landeshauptstadt, der riesige Grafenberger Wald, wird im Herbst gewissermaßen zur leuchtend roten, gelben und orangefarbenen Lunge Düsseldorfs. Und mittendrin der Wild- park mit seinen Rothirschen, Rehen, dem Muffelwild und den Wildschweinen. Beim Füttern der Tiere, beim Spaziergang, einer Fahrradtour oder einfach vom großen Spielplatz aus lässt sich der Herbst von seiner schönsten Seite genießen.

Landschaftspark Duisburg

Eisen, Eisen und nochmals Eisen wurde früher im Hüttenwerk in Duisburg-Meiderich produziert. Diese Zeiten sind bekannter- maßen schon länger vorbei, und seit der Umgestaltung zum Landschaftspark vor gut 20 Jahren ist er ein beliebter Ausflugstreffpunkt für Wanderer, Fahrradfahrer und Sportvereine. Hochöfen und Hüttenwerke stehen noch da, genau wie zahllose alte Industriegemäuer. Doch längst ist die Natur dabei, sich ihren Platz zurückzuerobern – allein das ist ein Naturschauspiel. Doch wenn sich das Efeu an den Bunkergebäuden im Herbst burgunderrot färbt und die Blätter an den Bäumen vor der industriellen Skyline leuchten, dann wird deutlich, dass hier Natur und Industrie längst ein friedliches Miteinander pflegen.

mle