Neuste Ausgabe

Je ne sais quoi – Das gewisse Etwas // Juni 2017

Kategorie(n): Lebensart, Mode

Was bedeutet eigentlich Stil im Bezug auf Mode? Diese Frage kennt streng genommen keine eindeutige Antwort – man hat ihn, oder hat ihn nicht. Man kann ihn nicht an speziellen Dingen oder Kleidungsstücken festmachen und dennoch ist er für jeden klar erkennbar. Auf der Suche nach Vorreiterinnen in Sachen treffsicherem Geschmack, wird man schnell bei einer ganz bestimmten Nation fündig: Frankreich. Stilikonen wie Catherine Deneuve, Audrey Tautou oder Vanessa Paradis werden allerorts für ihre lässigen Looks bewundert. Unzählige Frauen fragen sich, wie auch sie sich diese ganz besondere Aura verleihen können. Denn eines steht fest: Das Besondere am französischen Stil ist, dass er eben keine uniforme Angelegenheit ist – er vereint unterschiedlichste Typen und Moderichtungen. Die gute Nachricht: Wenn man nur ein paar Faustregeln beachtet, kann ihn jeder auf seine ganz eigene Art umsetzen.

Oui: Seien Sie Sie selbst
Das Wichtigste ist erst einmal, seinen eigenen Stil überhaupt zu definieren. Finden Sie heraus, welche Farben Ihnen besonders gut stehen und in welchen Schnitten Sie sich wohlfühlen. Und vor allem: Lassen Sie sich dabei nie zu sehr von aktuellen Trends beeinflussen – diese wechseln schließlich ständig. Ihre Kleidung soll einzig und allein Ihrem Geschmack entsprechen, damit Sie wirklich authentisch wirken!

Oui: Die Basis macht’s
Grundsätzlich besteht eine typisch französische Garderobe aus zeitlosen Klassikern in unaufgeregten Farben wie Schwarz, Weiß, Dunkelblau und Erdtönen. Pullover, Hosen, Röcke und Shirts sollten möglichst schlicht sein, damit sie die Basis aufregender Looks bilden können. Wer viele Basis-Teile besitzt, kann leicht kombinieren – quasi blind in den Schrank greifen und immer etwas Passendes hervorzaubern. Wichtig ist hier jedoch, dass Sie auf gute Qualität achten, denn was zeitlos ist, muss trotzdem edel wirken und möglichst lange halten.

Oui: Aufregende Highlights
Französischer Stil lebt von geschickt gesetzten Highlights, schließlich ist er alles, außer vollkommen oder perfekt. Das Stichwort hier lautet ‚Stilbruch‘. Biker-Boots zum eleganten Outfit, Sneaker zum Kostüm, auffällige Statementketten zum sonst eher unaufgeregten Look oder wild-zerzauste Haare zum eleganten Abendkleid – versuchen Sie, immer einen Eyecatcher zu setzen, den man so vielleicht nicht unbedingt erwarten würde. Hier kommen dann auch die angesagten Trends zum Einsatz, denn aktuelle It-Pieces eignen sich besonders gut als Highlight zur unaufgeregten Basis und zeigen jedem, dass Sie trotz der sonst zur Schau getragenen Klassik, modisch immer auf der Höhe sind.

Non: Logo-Show
Qualität und Marken sind natürlich wichtig, dann aber bitte auf eher dezente Weise. Große Logos wird man in keiner französischen Garderobe finden, selbst wenn man einzelne Stücke sofort einem bestimmten Designer zuordnen kann.

Non: Übertreibungen
Betrachtet man die berühmten Stilikonen, fällt auf, dass ihr Style eigentlich aufs Wesentliche reduziert ist und vor allem immer durch Natürlichkeit glänzt. Nicht nur auffällige Prints oder glitzernde Applikationen, sondern auch zu viel Make-up sind absolut verpönt und überflüssig. Ebenso werden Sie auch selten Push-up-BHs oder extrem hohe High-Heels sehen – eine Französin steht auch zu all ihren kleinen Makeln oder Fältchen, sie sucht sich vielmehr Dinge, die sie besonders an sich mag und entsprechend dezent betont. Und egal, was sie nun zu welchem Anlass trägt, ihr Outfit wirkt immer alltagstauglich und fast schon zufällig.

 

Laura Dietel