Neuste Ausgabe

Restaurant Bavaria Alm

Kategorie(n): Restaurant Test

Jean JacquesLiebe Leser, kurz nach der Neueröffnung der Bavaria Alm habe ich das Redaktionsteam gebeten, dort einmal einen Tisch zu reservieren.

Am heutigen Abend sind wir zu sechst und fahren in Richtung Wickrath zum neuen gastronomischen Eldorado in Mönchengladbach. Gegen halb sieben finden wir auf dem großen Parkplatz noch rasch einen Stellplatz.

Wir gehen Richtung Alm, ein wenig Anstieg auf den kleinen Hügel und schon sind wir am Eingang angelangt. Die ausladenden Terrassen vor der Almhütte sind aufgrund des kühlen Wetters nur spärlich besetzt. Aber von hier aus hat man einen angenehmen Blick ins Grüne. Das ruft förmlich nach einem Sundowner.

Ich komme mir vor wie beim Almauftrieb mit dem Vieh, zahlreiche Gäste strömen zum und in das Lokal. An der Türe werden wir freundlich empfangen und zu unserem bestellten Tisch auf der ersten Galerie geleitet.

Die Bavaria Alm kann man sich als Gartenlaube in Jumboausführung vorstellen.
Das große Einmaleins der Systemgastronomie, gepaart mit alpenländischem Design hat hier ein charaktervolles Lokal hervorgebracht, in dem sich Jung und Alt gemeinsam wohlfühlen. Im Gastraum selbst gibt es verschiedene Ebenen, sodass er eine gewisse Spannung erzeugt. Viel Holz, Natursteinböden und ein großer Kamin in der Mitte verleihen der Hütte trotz ihrer Größe Gemütlichkeit.

Zur Eröffnung des Abends ordern wir erstmal eine Runde Löwenbräu Original im kleinsten Krug mit 0,3 l für 230 Cent. Dazu zwei Brezeln gegen den ersten Hunger. Die Speisen- und Getränkekarte hat einiges an Schmankerln zu bieten. Ehrlich gesagt – da könnte man ja einfach mal so richtig querbeet bestellen. Übrigens, das erste Bier steht in kürzester Zeit auf dem Tisch. Das Personal ist auf Zack und sehr freundlich.

Die erste Bestellrunde lautet wie folgt: Radi und Radieschen, Leberknödelsuppe, Kartoffel-Gurkensalat – und die Weißwurst darf natürlich nicht fehlen. So flink, wie es notiert wurde, kommt alles nach der zweiten Runde Bier auf den Tisch. Das Lokal ist nun sehr gut gefüllt, und wir wundern uns, dass so schnell serviert werden konnte.

Die Präsentation ist einwandfrei, und der Geschmack überzeugt auch. Der Radi- und Radieschen-Salat erfreut sich größter Beliebtheit bei uns. Das Paar Weißwürste schwimmt in einer großen Löwenkopfterrine und wartet darauf, gehäutet zu werden. Für uns hier am Niederrhein schmeckt die Weißwurst ja nach nichts, wir sind eben unsere Rostbratwürste gewohnt. Mit dem süßen Senf dazu ist es noch ungewöhnlicher, aber so ist das halt im Urlaub. Da probiert der Mensch doch gerne was Exotisches, nicht wahr?

Die Damen trinken nun ein Gläschen offenen weißen Wein, „einmal den Grünen Veltliner und einmal den Riesling bitte.“ „Kommt sofort.“

Ich meine, die Weinauswahl ist mit neun offenen Weinen auf der Karte gut bemessen. Ich darf beide kurz probieren und kann mit Bestimmtheit sagen, dass die offerierten Weine ordentlich ausgesucht wurden und auch nicht zu teuer sind. 0,2 l zwischen 3,20 € und 4,40 € für den Spätburgunder. Passt schon. Natürlich gibt es auf der Alm auch ein reichhaltiges Angebot an alkoholfreien Getränken und Kaffeespezialitäten.

Wir sind mit unseren Vorspeisen zufrieden und in Anbetracht der ausgesuchten Hauptspeisen bestellen wir eine Runde Enzian. Wer weiß, wofür das gut ist. Aber falsch kann es ja nicht sein. Das Zeug schmeckt irgendwie nach bemooster Baumrinde und ich hoffe, unsere Mägen sind nun präpariert für die knusprige Schweinshax´n mit Sauerkraut und hausgemachten Knödeln, den Gulasch nach Tiroler Art mit Spätzle, die Würst´lmolle mit Sauerkraut und Bratkartoffeln, das Brathend´l und noch eine Portion Rippchen. Eieiei, mein Gott  – haben wir uns doch von den deftigen Angeboten so richtig verführen lassen.

Das Lokal ist nun wirklich bis auf den letzten Platz gefüllt. Wir trinken gemütlich noch ein kleines Bier, und schon kommen die ersten Kalorienbomben an unseren Tisch. Die Haxe ist leider nicht so knusprig wie auf der Karte beschrieben, jedoch wird diese Reklamation ohne Einwand aufgenommen. Beim zweiten Anlauf hält die Hax‘n dann, was auf der Karte versprochen wurde.

Das Essen ist schmackhaft und mehr als reichhaltig vorgelegt. Wir sind nicht in der Lage, alles aufzuessen, weil wir ja auch noch ein wenig Nachtisch kosten möchten. Einzig und allein das Backhend´l lässt ein wenig Kritik zu. Die lecker gewürzte Haut war leider nur stellenweise etwas knusprig. Ansonsten herrscht allgemeine Zufriedenheit in unserer Runde, die nun noch eine weitere Vorbereitung für den Nachtisch über sich ergehen lassen muss. „Sechs Wachauer Marillenbrand mit Aprikose bitte.“ Das dienstbeflissene Personal macht uns aus den besten Resten der Hauptspeise noch ein großes Doggybag fertig.

Der Marillenbrand regt doch noch etwas den Appetit an und die Nachspeisen lauten wie folgt: Warmer Apfelstrudel mit Vanilleeis, Germknödel mit Vanillesauce, Milchreis mit Zimt und Zucker sowie ein süßer Traum mit Calvados.

Das sind alles Portionen, die es zulassen, geteilt zu werden. Wir probieren überall mal ein Gäbelchen und müssen leider eingestehen, dass unsere Augen größer als unsere Mägen waren.

Dass es auf der Alm keine Sünde geben soll, halte ich für ein Gerücht.

Ihr LeckerSchmecker Jean Jacques

Bavaria Alm
Reststrauch 209 // MG-Rheydt
Mo – Fr: 11 – 24 Uhr // Sa, So + Feiertage: 9 – 24 Uhr