Ich decke meine Tafel…

//Ich decke meine Tafel…

Ich decke meine Tafel…

… und stelle darauf: Deko, Besteck, Gläser, Teller. Die Theorie klingt so einfach, doch in der Praxis steht man dann gerne vor seinem Tisch und rätselt. Wie war das noch mit den Gläsern, wie herum legt man die Messer, wohin mit Serviette, Brotteller & Co.? Fragen über Fragen, die vor allem dann aufkommen, wenn man seine Gäste mit einem feinen Menü in wirklich stilechtem Ambiente verwöhnen möchte. Rettung naht …

Die Basics

Beginnen wir einmal ganz von vorne, beim heimlichen Hauptdarsteller: dem Tisch. Er sollte natürlich festen Stand haben und nicht wackeln. Auch seine Größe spielt eine wichtige Rolle, rechnen Sie pro Person mindestens 50, besser 70 Zentimeter Platz ein, damit die Gäste nicht beengt sitzen. Nun folgt die Gretchenfrage: Decke oder keine Decke? Die Antwort hierauf liefert der Anlass. Soll es wirklich edel sein, ist eine – möglichst weiße – Tischdecke Pflicht. Geht es nicht ganz so festlich zu, erfüllen auch Läufer oder Platzsets die textile Aufgabe.

Das Geschirr

Wenn Sie mit dem Eindecken beginnen, starten Sie mit dem Geschirr beziehungsweise Platztellern. Sie sollten genau mittig vor dem jeweiligen Stuhl und mit ihrem äußeren Rand circa eine Daumenbreite von der Tischkante platziert werden. Wenn man keine Platzteller verwenden möchte, setzt man an ihre Stelle die Hauptspeisenteller. Der Mittelpunkt des Gedecks ist somit gefunden. Wenn Sie mögen, können Sie nun das restliche Geschirr auf und am Hauptteller ausrichten. Sprich: Auf den Hauptspeisenteller werden die für Vorspeisen oder Suppentassen ‚gestapelt‘. Das einzige Tellerchen, das immer gesondert steht, ist das fürs Brot. Dieses befindet sich immer links des Haupttellers.

Das Besteck

Die Faustregel hier: Man isst immer von außen nach innen – entsprechend geht man beim Eindecken andersherum vor. Direkt am Teller starten Sie mit Messer und Gabel für den Hauptgang, daneben folgen dann die für die Vorspeise. Richten Sie die Stiele unten auf einer Höhe mit dem Tellerrand aus. Und immer gilt: Gabel links, Messer mit der scharfen Klingenseite nach innen rechts. Reichen Sie zur Vorspeise eine Suppe, liegt der Löffel rechts neben dem Messer. In der Mitte oberhalb des Tellers findet schließlich das Besteck für die Nachspeise seinen Platz: Oben das Löffelchen mit dem Stiel nach rechts, darunter die kleine Gabel mit dem Stiel nach links. Eine Sonderstellung nimmt auch hier wieder der Brotteller ein, denn auf ihm liegt auch das entsprechende kleine Messer.

Die Gläser

Die Grundausstattung besteht hier aus einem Wein- und dem Wasserglas, wobei ersteres als ‚Richtglas‘ direkt oberhalb der Messerspitze für die Hauptspeise und auf einer Höhe mit dem Dessertbesteck steht. Rechts davon, egal ob diagonal unterhalb oder auf einer Höhe, sollte das Wasserglas stehen. Soll zur Vorspeise ein anderer Wein serviert werden, rückt das Wasserglas um eine Stelle weiter nach rechts. Somit erhält man von links nach rechts folgende Reihenfolge: Weinkelch zur Hauptspeise, dann der zum ersten Gang und schließlich außen das Trinkgefäß für Wasser.

Der dekorative Abschluss

Fehlt nun also nur noch der feine letzte Schliff. Wichtigster Punkt sind natürlich Servietten – aus Stoff wohlgemerkt. Ihr richtiger Platz ist entweder auf dem Brot- oder mittig auf dem Platzteller. Bei der restlichen Dekoration haben Sie nun völlig freie Hand: Erlaubt ist, was gefällt, wobei Blumen und Kerzenlicht immer auftauchen sollten. Achten Sie allerdings darauf, keine zu hohen oder üppigen Aufbauten zu verwenden, das wirkt nämlich nicht nur erdrückend, sondern kann auch die Sicht auf die anderen Gäste versperren.

Sie sehen also, wenn man ein paar Grundlagen befolgt und auf die Symmetrie achtet, ist es gar nicht so schwer, eine festliche Tafel zu decken. Probieren Sie’s aus – mit ein wenig Übung zaubern Sie schnell einen edlen Tisch, der das Flair eines Gourmet-Tempels versprüht.                                                                                             

Laura Dietel

2018-10-30T10:09:18+00:00Oktober 30th, 2018|