Von wegen kleinkariert

//Von wegen kleinkariert

Von wegen kleinkariert

Ein aufmerksamer Blick in die Schaufenster kündigte bereits zu Beginn der Saison an, dass der modische Winter alles wird, außer langweilig. Muster stehen hoch im Kurs! Doch wie schaut es mit Ihrem modischen Wissen dazu aus? Zu Animal-, Folklore- oder Blumenprint haben Sie garantiert ein recht klares Bild vor Augen. Als absolutes Must-have gilt in nächster Zeit jedoch mit ‚Karo‘ ein besonders vielschichtiges Muster, das große Gestaltungsspielräume bietet. Damit Sie bei diesem Kerntrend echt ‚mustergültig‘ mitreden können, haben wir ihn einmal unter die Lupe genommen.

Grundsätzlich gilt: Karo ist nicht gleich Karo! Die verschiedenen Varianten fallen zwar alle unter den einen Oberbegriff und haben die klare grafische Anmutung gemein, die Details allerdings offenbaren große Unterschiede.

Die einfachste Version ist sicherlich das Vichy- oder Gingham-Karo. Es handelt sich um ein gleichmäßiges Muster aus Weiß und einer weiteren Farbe, alle Karos sind exakt gleich groß, das Gesamtbild ist sehr ausgewogen. Seinen Namen verdankt es übrigens der französischen Stadt Vichy, in der der klassische Baumwollstoff auch bis heute noch gewebt wird.

Besonders große Verwechslungsgefahr besteht bei den beiden schwarz-weißen Karovarianten Pepita und Hahnentritt. Auf den ersten Blick sehen sich diese beiden zum Verwechseln ähnlich. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich aber, dass das Pepita-Muster aus kleinen Blockkaros besteht, deren Verbindungen immer rechte Winkel bilden. Beim Hahnentritt hingegen sind die Karokanten diagonal über die Ecke verlängert, somit wirkt es etwas unruhiger.

In diesem Winter besonders angesagt ist nun Glencheck, das traditionell aus den schottischen Highlands stammt. Hierbei handelt es sich um ein mehrfarbiges Karo-Muster, meist in Beige-, Grau- und Brauntönen, das durch unterschiedliche Bindungsarten beim Weben entsteht und bei dem sich einzelne Felder deutlich voneinander abheben. Dazu gibt es auch das sogenannte Prince-of-Wales-Check, das im 14. Jahrhundert auf Wunsch von Edward II entwickelt wurde. Die Basis ist eigentlich dieselbe, allerdings durchzieht ein meist blaues und/oder gelbes Überkaro deutlich erkennbar das Grundmuster.

Bleibt noch ein weiteres, ebenfalls schottisches Muster: Tartan. Dieses diente ursprünglich als Erkennungszeichen, denn jede schottische Sippe, jeder Clan hatte eine eigene Farbkombination und Karozusammenstellung, bei der die einzelnen Felder ineinander übergehen und sich zum Teil auch überlagern.

Laura Dietel

2018-12-03T11:30:52+00:00Dezember 3rd, 2018|