Neuste Ausgabe

Restaurant Burgschänke

Kategorie(n): Restaurant Test

Jean JacquesHeute sind wir mit dem Fahrrad unterwegs. Auf dem  Rückweg entdecken wir in Breyell die Burgschänke im Weyer Kastell. Eine bemerkenswerte Gutshofanlage mit einem großen Innenhof, der an drei Seiten geschlossen ist. In einem der Flügel war der Reitstall untergebracht und hier hat der Betreiber der Gastronomie, Herr Ralf Tüscher, die Burgschänke integriert.

Mit acht Personen sind wir am heutigen Spätnachmittag unterwegs und wie immer hungrig. Wir haben die Wahl zwischen der großzügigen mit Biergartenmöbeln ausgestatteten Innenhofterrasse, oder wir setzen uns in den teilweise modern gestalteten Reitstall.

Da die Stühle im Innenbereich wesentlich bequemer sind, entscheiden wir uns für den Reitstall. Hier können wir alle an mehreren zusammengerückten Tischen in gemeinsamer Runde sitzen und freuen uns schon auf unsere Erfrischung. Eine kleine Stärkung darf dabei ja auch nicht fehlen.

Der Juniorchef des Hauses empfängt uns freundlich und nimmt ganz unbefangen unsere Getränkewünsche entgegen. Mein besonderes Interesse gilt hier dem PRINZ v. PREUSSEN Bier. Das muss ich doch einfach probieren. Der Rest der Gruppe entscheidet sich für ein Gläschen Wein und ein paar Flaschen Wasser.

Die Speisenkarte ist sehr übersichtlich am heutigen Abend. Das erklärt sich dadurch, dass die zuständige Person für die Küche nicht rechtzeitig aus dem Urlaub zurück kehren konnte, erklärt uns der Chef des Hauses. „Was soll´s?“, denken wir uns und bestellen einfach mal, was die kleine Notkarte so hergibt.

Damit wir entspannt bleiben, schickt uns Herr Tüscher, der nun in der Küche wirbelt, einen kleinen Gruß aus derselbigen in Form eines gewürfelten Schafskäses mit einem mediterranen Dressing, das ein rauchiges Aroma entfaltet. Da freuen wir uns doch, und unisono sagen alle: „Hmm, lecker!“ Warmes Brot gehört natürlich obligatorisch dazu.

Das dunkle Bier wird in einem eigens dafür hergestellten Glas zügig serviert, und ich muss sagen, daran könnte ich mich schnell gewöhnen.

Nun geht es Schlag auf Schlag, erst kommen die gefüllten Champignons, dann die frisch gemachte Tomatensuppe und der geräucherte Lachs mit Rucola auf einem mit Balsamico und Parmesan fein abgestimmten Pesto-Spiegel.

Die Rauke, wie wir den Rucola in Deutschland nennen, ist ein kräftiger Salat mit hohem Anteil an Senfölen und daher leicht bitter und scharf. Die Germanen sollen sie angeblich als Potenzmittel angewendet haben. Man muss nur daran glauben. Wer hat´s erfunden? Na wir, die Römer haben es von uns! Nach der Besetzung Germaniens hat sich unsere Rauke in Italien recht heimisch gefühlt. Das Ergebnis: Rucola kennt jeder, und man denkt, er käme aus den mediterranen Gefilden.

Die kleine Notkarte bietet uns noch einiges mehr, wie zum Beispiel die Hähnchenbrust in Paprikarahm oder das Schweinefilet in Champignonrahmsauce sowie das Rumpsteak mit grüner Pfeffersauce.

Das liest sich alles gut, und das, was bisher gekommen ist, stellte uns zufrieden. Hier und da haben wir natürlich etwas genörgelt, weil ein Wein ausgegangen oder weil die Dekoration des ehemaligen Reitstalls nicht ganz so toll war. Aber was interessiert das den nach Stärkung dürstenden Radfahrer?

Da darf man doch mal die Fünf gerade sein lassen oder etwa nicht?

Die Hauptspeisen wurden mit einer großen Schüssel perfekter Bratkartoffeln für uns alle getoppt. Allgemeine Zufriedenheit in der Runde zeigt, dass man auch mit einer Notverpflegung recht gut das gastronomische Angebot stabilisieren kann. Übrigens, das Pfeffersteak war auf den Punkt genau gegart und die zu den Fleischspeisen gereichten Saucen waren ohne Tadel.

Von wegen in der Not frisst der Teufel Brot. Hier auf keinen Fall.

Für das Altbier alleine lohnt sich schon der Weg zur Burgschänke. Na ja, und das ist ja bekanntlich flüssiges Brot.

Bis bald

Ihr LeckerSchmecker Jean Jacques

Burgschänke im Weyer Kastell
Dohrstraße 55 // Nettetal
Fon 02153.9568644
Di – So: 9 – 23 Uhr