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Bremsscheibe im Mund?

Kategorie(n): Gesund//Vital

Sind Zähne so weit zerstört, dass sie mit Füllungen nicht mehr zu reparieren sind, bieten Kronen die Möglichkeit, ihre Funktion wieder herzustellen. Die verwendeten Materialien sollten lange haltbar und gut verträglich sein und sich im Idealfall optisch nicht von den natürlichen Zähnen unterscheiden.

Kronen und Brücken werden in der Zahnmedizin traditionell aus unterschiedlichen Metallen, beispielsweise Gold oder Stahl, gefertigt und mit Keramik oder Kunststoff verblendet, um ihnen ein natürliches Aussehen zu geben. Diese Verbund-Technik wird zwar seit Jahrzehnten verwendet, hat aber einige Nachteile. Die metallkeramische Versorgung braucht viel Platz, von den eigenen Zähnen muss deshalb relativ viel abgeschliffen werden.
Freiliegende Metallränder können, vor allem nach längerer Tragedauer, die Ästhetik einschränken. Dieser Effekt kann noch verstärkt werden, wenn es durch die Abgabe von Metallionen zur Reizung und Verfärbung des Zahnfleisches kommt. Häufig wird der Zahnersatz daher nach einigen Jahren neu angefertigt, um den Kronenrand wieder unter das Zahnfleisch zu legen und die makellose Optik wiederherzustellen.

Durch den Einsatz von modernen Materialien können Kronen und Brücken heute so hergestellt werden, dass sie sich nicht mehr von einem natürlichen Zahn unterscheiden. Auch die Lebensdauer des Zahnersatzes konnte entschieden verlängert werden.

Kronen aus Zirkonoxid-Keramik
Hochleistungskeramik aus reinem Zirkonoxid hat sich in den letzten Jahren als optimales Material für die Herstellung von Zahnersatz erwiesen und nimmt inzwischen eine besondere Bedeutung in der Zahnmedizin ein. Der aufgrund seiner hohen Stabilität auch als ‚keramischer Stahl‘ bezeichnete Werkstoff wird schon seit Langem erfolgreich im Kfz-Bau, in der Luft- und Raumfahrttechnik und in der Orthopädie verwendet. Zirkonoxid hält in Bremsscheiben von Sportwagen, Hitzeschildern von Spaceshuttles, jährlich 2 Mio. Hüftgelenksprothesen und mittlerweile in vielen hunderttausenden Zahnversorgungen höchsten Beanspruchungen erfolgreich stand.
Das homogene kristallähnliche Material ist absolut gewebefreundlich, leicht, lichtdurchlässig und allergenfrei. Auch nach Jahren kommt es zu keinerlei dunkler Verfärbung oder entzündlicher Gewebereaktion an den Kronenrändern. Der Kern aus Zirkonoxid-Keramik sorgt für eine ex­treme Stabilität, die Kronen können daher wesentlich zierlicher gestaltet werden als herkömmliche Vollkeramikkronen. Die Zähne müssen entsprechend weniger beschliffen werden.

Die Ästhetik, die biologische Verträglichkeit und die Langlebigkeit von Kronen und Brücken aus Zirkonoxid-Keramik sind bisher unerreicht. Sie eignen sich auch hervorragend für die Versorgung von Implantaten.

Die gesetzlichen Krankenkassen beteiligen sich an den Kosten für Zirkonoxid-Zahnersatz in Höhe der Festzuschüsse der Regelversorgung. Für privat Versicherte gelten die vertraglich vereinbarten Leistungen.   Ihr Georg Stähn