Neuste Ausgabe

…Orofino

Kategorie(n): Restaurant Test

Jean JacquesAls Restaurant-Tester bin ich immer auf der Suche nach dem Besonderen. Freunde schwärmten seit geraumer Zeit von der Mezekarte im Orofino, wodurch meine Neugier geweckt wurde.

Für jeden, der sich nun nichts darunter vorstellen kann, bringe ich das mal kurz in eine Formel:

 

 

Die Mezze oder Mezes haben ihren Ursprung im südöstlichen Teil unseres vielleicht bald gesamt vereinten Europas mit einer deutlichen Tendenz zum arabischen Raum. Mit einem eher südamerikanischen Einstieg begrüßt uns im Orofino jedoch Santana mit ‚Black Magic Woman‘. Und auch von der Chefin des Hauses, Frau Siddika Michiels, werden meine Begleitung und ich herzlich in Empfang genommen. Einige Tische sind bereits reserviert, wir sind jedoch die ersten Gäste an diesem frühen Freitagabend. Bei der Wahl unserer Sitzplätze bevorzugen wir die kleine Ecke am Weinregal – hier ist es sehr gemütlich und wir haben das Geschehen im Auge.
Apropos Weinregal: Direkt fällt mir die schöne Weinselektion auf, die nicht nur neugierig macht, sondern auch die Lust auf ein gutes Gläschen fördert.  Wen wundert´s? Schließlich befindet sich der Weinhandel ‚La Tienda‘ auch unter der Leitung von Frau Michiels. Ihrer Leidenschaft für edle Tropfen ist es auch zu verdanken, dass bald ein neues Weinfachgeschäft in der Rheydter City öffnet. Unter wessen fachkundiger Führung, brauche ich wohl nicht zu erwähnen…

Die Qualität der begleitenden Getränke am heutigen Abend, steht somit außer Frage. Unsere aufmerksame Gastgeberin empfiehlt uns ein Gläschen Weißwein aus der Pfalz. Gut, genießen wir also zur Eröffnung die Orofino Hausmarke, zu der ein wenig hausgemachtes Brot gereicht wird. Dazu ein frisches, junges, fruchtiges Olivenöl von der spanischen Lieblingsinsel der Deutschen und Salzflocken von irgendwoher. Bei der Speisenauswahl aber ereilt uns die Nachricht des Abends. Die angepriesene Mezekarte wird nur montags und dienstags zelebriert. Hmm, das haben unsere Freunde wohl vergessen zu erwähnen.

Kein Drama, die Küche macht für uns eine Ausnahme und die Chefin bringt uns persönlich einige orientalisch anmutende Appetithäppchen an den Tisch. Kleine weiße Bohnen als Salat angemacht, eine Humuspaste, Gambas in Tomatensauce und gegrillte Lammfleisch-Spießchen in fruchtiger Sauce mit knackigem Gemüse. Diese kleine Auswahl aus der speziellen Mezekarte überzeugt schon soweit, dass das Programm für einen Montag- oder Dienstagabend der näheren Zukunft feststeht.

Als Zwischengang folgen wir wieder der Empfehlung des Hauses und nehmen eine kleine Portion Calamares. Natürlich mit hauseigener Panade und einer frisch zubereiteten Cocktailsauce à la Thousand Island. Ich persönlich mag die frittierten Calamares am liebsten nur mit etwas Zitronen-Saft. Respekt, die Calamares sind wirklich sehr gut gelungen, schön zart und in einer ganz feinen Panade gold-gelb ausgebacken. Nur dafür komme ich schon wieder. Zwischenzeitlich bin ich auf einen Riesling Klassiker von der Mosel umgestiegen. Vollkommen unkompliziert, und mit jedem Schluck neige ich dazu, mehr davon zu wollen.

Musas Kalbfleischröllchen werden auf einem Bett von Mangold und Fenchelgemüse mit einem Reistimbale und einer Grilltomate serviert. Die Füllung mit Käse und Pistazien ist schmackhaft, und die Portion ist reichhaltig. Die orientalische Küche reicht gerne Yoghurtsaucen zu ihren Speisen – so auch hier. Das erfrischt den Gaumen und gibt der ganzen Sache eine gewisse Leichtigkeit und Frische.

Gerne hätten wir noch ein Dessert ausgesucht, doch der Platz in unseren Mägen reicht leider nur noch für einen kleinen Espresso. Voll der guten Speisen und der Neugierde verabschieden wir uns damit auf ein nächstes Mahl. Şerefe!

Ihr LeckerSchmecker
Jean Jacques

Restaurant Orofino
Zoppenbroich 87 // MG
Fon 02166.6879680 // www.restaurant-orofino.de
Mo – Do ab 17 Uhr // Fr ab 12 Uhr // Sa – So ab 9 Uhr