Neuste Ausgabe

Jean Jacques im Geneickener Bahnhof

Kategorie(n): Restaurant Test

Getreu dem diesjährigen Karnevals-Motto ‚Wir fahren ab auf Mönchengladbach‘, saß meine Begleitung auf einer historischen Bahnhofsbank und wartete auf mich. Bereit einzusteigen, um sich mit mir erneut auf eine kulinarische Reise zu begeben. Diese Bank steht im Geneickener Bahnhof, heute ein gemütliches Restaurant, das das Flair der alten Dampf-Loks noch in sich trägt.

Im urig stilvoll eingerichteten Gastraum entdecke ich auf einem Schild folgendes Zitat Winston Churchills: „Man soll dem Leib etwas Gutes bieten, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen.“ Das gefällt uns und der Blick in die Speisekarte weckt sofort unsere Lust – die Lust, ‚Wild‘ zu essen. Also verstehen Sie mich bitte nicht falsch, Wild aus heimischen Wäldern!

Holger Böker, Inhaber und ‚Bahnhofsvorsteher‘ dieser schönen Örtlichkeit, empfiehlt als Vorspeise die Kartoffel-Lauchsuppe und die Kürbiscremesuppe. Gute Wahl, damit möchten wir beginnen und genießen noch unseren Aperitif. Ein Sekt mit Holunder-Spritzer – im Moment absolut angesagt.

Das Körbchen mit Brot und der Knoblauchcreme hat den Kampf gegen uns verloren, als die Suppen im Brotteig serviert werden. Es dauert nicht lange und unsere Löffel kreuzen sich über dem Tisch. Wir sind uns einig, die Creme-Suppen machen ihrem Namen alle Ehre und sind lecker und kräftig im Geschmack.

Auch bei der Wahl der Hauptspeisen folgen wir der Empfehlung des Hauses: Meine Begleitung entscheidet sich für Hirschleber mit Rotkraut, Apfel-Zwiebel-Gröstl und Kartoffelpüree, serviert auf einer feinen dunklen Sauce, verziert mit Thymian und Johannisbeeren. Meine Hirschkalbmedaillons auf Thymiansauce mit Rotkraut und Kartoffelbällchen sind zart rosa gebraten – so wie sie sein sollten. Beide Gerichte mit Liebe ohne viel ‚Schicki-Micki‘ auf dem edlen Porzellan angerichtet.

Ich frage mich nur, wie Holger Böker an diese Hirschleber kommt… Denn das ‚kleine Jägergesetz‘ sagt aus, dass derjenige, der den Hirsch erlegt, Anspruch auf diese Delikatesse hat. Ist er etwa Jäger? Nein, aber er bezieht das Wild frisch aus der Eifel und schlägt es selbst aus der Decke. So erwirbt er das Anrecht, die feine Seltenheit, die man kaum auf Speisekarten findet, sein Eigen nennen zu dürfen.
Die Weinempfehlung, ein Shiraz aus Südafrika, dunkelrote Farbe, leicht bekömmlich und rund im Geschmack – eine gute Wahl.

Wir verzehren unsere Speisen mit großem Genuss, doch ganz schaffen wir es nicht, die Teller zu leeren. Heißt: Die Portionen sind wirklich mehr als ausreichend. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist ebenfalls absolut in Ordnung. Erwähnt sei noch, dass für diejenigen, die nicht so gerne ‚Wild‘ essen, die Speisekarte durchaus für jeden Gaumen etwas bietet.

Also, unsere Seelen haben nach diesem köstlichen Essen Lust, weiter in uns zu wohnen. Und die Seele des Karnevals wohnt in Holger Böker. So ist er erst kürzlich in die Rheydter Prinzengarde eingetreten und pflegt das Brauchtum mindestens so gut wie seinen eigenen alten Bahnhof!

Ihr LeckerSchmecker
Jean Jacques

Geneickener Bahnhof
Otto-Saffran-Straße 102
 MG-Rheydt
www.geneickener-bahnhof.de

Öffnungszeiten
Di – Fr 11 – 14.30 Uhr &
17.30 – 24 Uhr
Sa mittags auf Wunsch
17.30 – 24 Uhr
So 10 – 15 Uhr & 17.30 – 23 Uhr
Mo Ruhetag