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So fließt das Chi

Kategorie(n): Lebensart, Schöner Wohnen

Jeder kennt diese Tage, an denen man meint, morgens mit dem falschen Fuß aus dem Bett gestiegen zu sein. Genau so einen Tag hatte ich erwischt. Für meinen Hallo-wach-Kaffee fehlte die Milch – ohne die waren er und ich ungenießbar. Als ich noch eben schnell die weiße Wäsche in den Trockner umladen wollte, leuchtete diese rosa, weil sich – auf welchem Weg auch immer – ein kleines rotes T-Shirt dazwischen geschmuggelt hatte. Endlich bereit, das Haus zu verlassen, bremste mich die Suche nach dem Autoschlüssel. Eine gefühlte Stunde später im Büro angekommen, sollte die Stimmung nicht weichen – dafür sorgten Dauerregen und eine zerbrochene Glasplatte auf dem Lkw. Als dann am Nachmittag mein Handy klingelte und meine Freundin mich spontan zu leckerem Kaffee und Neuigkeiten einlud, gab es kein Halten mehr.

Kurze Zeit später stand ich vor ihrer Tür. Der Fußweg dorthin führte durch einen kleinen Vorgarten, der von frisch bepflanzten Blumenkübeln gesäumt war, die in der feuchten Luft einen herrlich frischen Duft verströmten. Der Eingangsbereich war hell und freundlich und im Wohnzimmer stand auf dem Tisch neben einer farbigen Glasschale mit schwimmenden Kerzen und Blüten der dampfende Kaffee. Vermutlich denken Sie jetzt: Hat sie keinen Friseur, dem sie ihr Leben erzählen kann? Doch, hat sie. Aber das, was Sie in diesem Absatz gelesen haben, ist eine mögliche Umschreibung für Feng Shui.

Feng Shui verfolgt das Ziel, den Menschen mit seiner Umgebung in Harmonie zu verbinden. Auch in meinen Einrichtungskonzepten finden viele Elemente der Feng Shui-Lehre Berücksichtigung. Wobei ein gutes Ergebnis nur gelingen kann, wenn der ganzheitliche Ansatz nicht aus den Augen verloren wird. Das heißt, gestalterische Überlegungen werden ebenso berücksichtigt wie Material, Funktion, Farbe und die energetische Wirkung. Lesen Sie ein paar einfache Tricks, die auch in Ihrem Zuhause die unsichtbare Lebensenergie, das Chi, fließen lassen:

Ordnung und Accessoires
Unordnung sorgt leicht für Chaos. Einfluss hat dabei ganz sicher die Werbung, die uns ständig zum Konsum verführen will. Dabei kann man schnell aus den Augen verlieren, was wirklich wichtig und gut für uns ist. Entrümpeln schafft Freiraum, nicht nur in der Wohnung, sondern auch im Kopf. „Wer loslässt, hat wieder beide Hände frei“, sagt ein Sprichwort.

Die Bedeutung von Spiegeln
Ein Spiegel kann die Natur ins Haus holen und Schönes widerspiegeln, wenn er gegenüber einem Fenster mit Blick ins Grüne angebracht wird. Direkt gegenüber der Eingangstür hingegen kann er erschrecken. Durch Spiegel können Räume vergrößert werden – im Schlafzimmer wirken sie jedoch oft störend.

Das Schlafzimmer
Hier möchten wir uns erholen und Energie für den nächsten Tag tanken. Einigen Menschen gelingt das nur schwer. Suchen Sie einmal selbst nach möglichen Ursachen. Steht das Bett an der richtigen Stelle? Das Kopfteil sollte sich nicht unter einem Fenster, sondern an einer geschlossenen Wand befinden.

Wenn Sie auf der Suche nach gesundem Schlaf sind, werfen Sie negative Emotionen raus. Das kann der Ordner mit den Belegen für die Steuererklärung sein, der in einer Kiste unter dem Bett auf Erledigung wartet oder ein Bügelbrett, neben dem zwei Wäschekörbe überquellen. Unruhe erzeugt auch ein prallvoller, unsortierter Kleiderschrank, unachtsam auf den Boden fallen gelassene Schmutzwäsche oder defekte Gegenstände. In diesem Raum gilt generell: Weniger ist mehr. Hier sollte es nichts geben, was für Aufregung sorgt – außer vielleicht Ihr Liebesleben.

Blumen und Pflanzen
Gepflegte und regelmäßig beschnittene Pflanzen symbolisieren Leben und Gesundheit, somit Energie schlechthin. Abgestorbene Pflanzen schwächen dagegen unsere Lebensenergie.

Feng Shui ist in diesem Beitrag nur ein kleiner Hinweis auf ein vielschichtiges und ebenso interessantes Thema, was bei oberflächlicher Betrachtung schnell in der esoterischen Ecke landet, dort aber nicht hingehört.

Auf der Rückfahrt hat mich dann auf der Dahlener Straße ein kurzer Blitz aus den Gedanken gerissen. Glauben Sie mir, ich fahre eigentlich nie zu schnell – es muss wohl an dem überschüssigen Chi in meinem rechten Fuß gelegen haben. Das mit dem Ying und Yang muss ich wohl noch mal üben…

 

 

 

 

Einen sonnigen Juni wünscht Ihnen
Ihre Katrin Hoppen
kh@urbano-magazin.de