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Urbano Autotest: Der Swift mit ‚Drift‘

Kategorie(n): Autotest

„Und – wie war´s?“ Erwartungsvolle Blicke ruhen auf mir. „Es war toll!“, antworte ich mit abwesendem Lächeln. „Er sieht gut aus, ist sportlich und wir hatten viel Spaß.“

Wer nun denkt, ich spräche über meine neue Flamme, liegt vollkommen falsch. So oder ähnlich wird wohl jeder Dialog nach dem Kennenlernen des neuen Suzuki Swift ablaufen – einem Modell, bei dem sich auch Frauen in ein tolles `Fahrgestell´ verlieben können.

Meine Neugier ist einfach zu groß –  ich muss mich bereits vor dem ersten Treffen über den kleinen Flitzer informieren:  Er ist eine Evolutionsstufe des Swifts von 2005, ohne jedoch die altbekannte und beliebte Optik zu revolutionieren. Ein dezentes Facelift sorgt für kleine Veränderungen an Front und Heck.
Ein neu entwickeltes Lenksystem, das härter gefederte Fahrwerk, breitere Spurweite und kurzer Radstand sorgen für Grundlagen hervorragenden Handlings: exakte Lenkung, gute Kurvenlage, hohe Fahrzeugkontrolle. Auch der Kritikpunkt an der etwas schwergängigen Schaltung des Vorgängers wurde beim neuen 5-Gang Schaltgetriebe behoben, wie ich später nur vollends bestätigen kann.

Bei den effizienteren Euro5-Motoren schaffte es Suzuki, den Verbrauch und die niedrigen CO2 Emissionen des Vorgängers zu unterbieten. So braucht der 94 PS starke 1.2 l Benziner gerade noch 5 l im Drittelmix, der 75 PS starke Diesel nur noch 4,2 l.
Die Theorie klingt ja schonmal sehr gut. Gespannt wie ein Flitzebogen werde ich mich nun bei einer Probefahrt selbst davon überzeugen, ob er auch hält was er verspricht.

Der erste Blickkontakt! Da steht er: sportlich und kompakt – optisch entspricht er genau meinem Typ. Das Probesitzen ist ein regelrechtes Aha-Erlebnis. Im Innenraum ist die Weiterentwicklung nicht zu übersehen. Ledersitz- und Wurzelholzfanatiker werden zwar nicht auf ihre Kosten kommen, dennoch ist das Kunststoffinterieur äußerst edel: Die Ausstattung in dezentem Schwarz mit Alu-Elementen, das Armaturenbrett bis ins Detail gestylt,

Swift Amaturenbrett

übersichtliches Multifunktionsdisplay, Lederlenkrad mit Bedientasten. Der Kleine strahlt sportliche Eleganz aus.
Verwundert stelle ich fest, dass der Swift ein wahres Platzwunder ist. Wenn nicht gerade Kaliber der Gebrüder Klitschko die vorderen Plätze einnehmen, finden hinten selbst langbeinige Gazellen ausreichend Raum. Auch der Kofferraum ist für den Hausgebrauch ausreichend groß. Muss der Swift doch einmal für Lastentransporte herhalten, lässt sich die Rückbank umklappen.

„Den muss ich näher kennen lernen“, denke ich und wage mich aufgeregt wie vor einem ersten Date mit ihm auf die Straße. Keine zwei Kurven später habe ich mein Herz verloren.
Schon jetzt will ich mich nicht mehr von ihm trennen, denn meine Erwartungen an den Fahrspaß werden noch übertroffen. Das Fahrwerk überzeugt. Man spürt den Kontakt zur Straße und legt sich geschmeidig in jede Kurve. Keine Panik, man kann Oma trotzdem noch zum Kaffeekränzchen fahren. Von ihr wird nie der Spruch kommen: „Kind, nicht mit dem Auto, ich hab doch Rücken!“.
Auch wird der Swift die Zahl der Frauen senken, die mit verängstigtem Blick durch die Straßen irren.
Jetzt werden sie schnell einen Parkplatz finden. Selbst kleine Lücken stellen dank der sensiblen Lenkung in Kombination mit der Übersichtlichkeit kein Hindernis mehr dar.

der Swift mit Drift

Die Schaltung braucht man fast nur anzutippen, schon sitzt der Gang – für weniger Schaltfreudige gibt es den Swift übrigens auch mit 4-Gang Automatik. Ich sitze hier in einem flotten Stadtflitzer, der sich auch auf Autobahnen nicht verstecken muss. Der Motor läuft ruhig, das hohe Drehmoment gibt mir auf der Überholspur Lässigkeit. Aber das Wichtigste: Servolenkung, ESP-Fahrstabilitätsprogramm, Bremsassistent und vor allem die sieben Airbags sorgen dafür, dass ich mich absolut sicher fühle.
Dieses Sicherheitspaket gehört übrigens zur Grundausstattung jeder neuen Swift-Version.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der neue Suzuki Swift seinem Ruf gerecht wird, eine günstige aber keinesfalls billige Alternative  zum Mini zu sein. Erhältlich ist  er in der Basisvariante ab 10.990 €. Sie bietet schon alles, was ein solides Auto braucht. Wer Wert auf  zusätzliche technische Details legt, sollte auf die Club- oder Comfort-Modelle ausweichen – das Preis-Leistungsverhältnis des jeweiligen Aufpreises ist  hier mehr als fair.

Egal von welcher Version Sie sich erobern lassen – emotionsgeladenes Fahrvergnügen ist neben der liebenswerten Optik garantiert. Mich hat diese Fahrt überzeugt, mit dem Swift einen ernstzunehmenden Kandidaten für eine langfristige Beziehung gefunden zu haben. Laura Schröer

Wir bedanken uns für die freundliche Leihgabe des Testwagens bei Autosalon am Park, Krefelder Straße 240, Mönchengladbach.