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WAs geht Noch?

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Am Ende des Frühjahrs soll die Rede von den Produkten sein, mit denen uns die Branche beglücken will. Denn, die Zeit der Neuvorstellungen ist vorbei und somit reif für eine Zusammenfassung, oder – wenn Sie so wollen – eine kleine Einschätzung für das restliche Jahr.

Da wäre zunächst die Wolke, anders formuliert: Vernetzung überall mit verschiedensten Geräten. Ich überlasse es jedem selbst, wie weit er es mit der Datenspeicherung auf öffentlichen Servern treiben will. Fest steht, die Generation der unter 25-Jährigen lebt in den sozialen Netzwerken völlig selbstverständlich und definiert Privatsphäre völlig neu. Ob Facebook, Twitter oder noch unbekannte Dienste: Die Frage ist nicht, ob es diese Netze in Zukunft gibt, sondern welchen Umfang und Anteil sie an unserem zukünftigen Leben haben werden.

Ein wesentliches Gerät, das unseren Zugang regelt, ist das Mobiltelefon, beziehungsweise sein großer Bruder, das Smartphone. In diesem Bereich ist das Ende des Fortschritts noch nicht absehbar – außer vielleicht bei der Größe. Für mich jedenfalls ist bei den aktuellen Diagonalen von 10 Zentimetern und mehr die Grenze erreicht. Größere Taschen nähe ich mir nicht an die Hose und meine Frau wird garantiert auch nicht die Handtasche ans Handy anpassen.
Entwicklungspotenzial liegt noch in der Benutzerschnittstelle. Die ersten Schritte mit Sprach- und ‚Wisch-Steuerung‘ sind sehr vielversprechend und werden garantiert immer perfekter. Ich vermisse zwar auch jetzt nichts, aber, wie ist es so schön: Hat man mal ein neues Produkt, weiß man nicht mehr, wie man je ohne ausgekommen ist. Generell entwickelt sich das Handy immer mehr zum Multitool: Fernbedienung, Geldbörse, Surfstation – und nicht zu vergessen – Telefon.

Eine Nummer größer kommen die Tablets daher. Sie werden im Privatbereich die Notebooks und PCs immer mehr verdrängen, da mit ihnen alles möglich ist, was im Alltag anfällt. Die aktuellen Probleme der PC-Hersteller haben mit diesem geänderten Kaufverhalten zu tun. Ähnlich wie bei den Smartphones darf man noch einiges bei der Bedienung erwarten, wobei Entwicklungen auf der einen Seite auch immer auf der anderen Einzug halten werden.

Bei den Notebooks sehe ich wieder einen Rückzug in den Arbeitsbereich. Sie hatten stark vom Ersatz im PC-Bereich profitiert. Die Entwicklung ist fast abgeschlossen. Dafür werden Sie jetzt Opfer der Tablets. Gut für Verbraucher, nie gab es so günstige Notebooks in allen Größen und Leistungsklassen.

Bleiben die klassischen PCs. Es ist ein bisschen Götterdämmerung. Größere Bildschirme machen fast keinen Sinn mehr, schneller ist auch kaum mehr nötig. Sie werden höchstens noch leiser und stromsparender. Bleibt noch die Miniaturisierung, in Form kleiner PC-Gehäuse oder aber die Technik verschwindet bei sogenannten All-in-Ones komplett im Monitor. Auch hier findet der Rückzug in den Arbeitsbereich statt.

Was bleibt in der Summe? Auf jeden Fall schöne Zeiten für Endverbraucher. Die aktuellen Produkte sind schon unglaublich leistungsstark und die neuen stehen in immer schnelleren Abfolgen vor der Tür. Das erzeugt einen ungeheuren Preisdruck zum Vorteil des Verbrauchers.

Allerdings: Die Dinge verlieren auch unglaublich schnell ihren Wert. Nicht nur deshalb schwere Zeiten für Konservative.

Achim Schroers